Balkon- und Terrassenbeläge: Wichtige Information für die Kundenberatung

20 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Wichtige Information für die Kundenberatung

Optik und Materialauswahl

Holz ist einer der natürlichsten und bewährtesten Baustoffe. Durch die Modifizierung von nicht dauerhaften Hölzern stehen sehr gute Alternativen zu Tropenhölzern zur Verfügung. Abgerundet wird das Sortiment der Terrassendielen mit Bambusdielen sowie mit NFC / WPC Terrassendielen. Diese neuen Verbundwerkstoffe haben jedoch andere Eigenschaften als die natürlichen Holzterrassendielen und sind abhängig vom Hersteller und dem Produktionsverfahren.

Welche Holzart oder welches modifizierte Material für die Terrasse verwendet werden soll, hängt nicht nur von den klimatischen Einflüssen und dem Standort ab, sondern auch von den Produkteigenschaften und dem optischen Erscheinungsbild der gesamten Terrasse. Gerade die Optik einer Terrasse ist weitgehend eine Geschmackssache und wird von den holztypischen Eigenschaften sowie von der Art der Befestigung bestimmt. Einige Kunden bevorzugen eine unsichtbare Befestigung der Dielen und andere wiederrum wählen lieber die klassische und bewährte sichtbare Verschraubung.

Wissenswertes zu den holztypischen Merkmalen (Äste, Pinholes, etc.)

Ein Baum wächst nicht kerzengerade und durch den Standort sowie durch Umwelteinflüsse wie Trockenheit, Frost und Stürme werden die holztypischen Merkmale geprägt. Diese Merkmale sind keine Fehler sondern unterstreichen die Natürlichkeit des Produktes. Die Farbe des Holzes, die Maserung und die Menge der sichtbaren Äste können stark variieren. Jeder Baum ist ein Unikat und Äste können je nach Holzart und Herkunft der Hölzer in der Größe und der Anzahl sehr unterschiedlich sein. Bei heimischen Nadelhölzern kommen unterschiedlich große Äste vor, die zum einen sternförmig reißen können oder auch geschlossen und festverwachsen sind. Dagegen sind die meisten tropischen Harthölzer weitestgehend astrein oder zumindest astarm.

Bei einigen tropischen Harthölzern können sogenannte Pinholes vorkommen. Es handelt sich dabei um Insektenfrasgänge eines Frischholzschädlings, der aber ausschließlich am lebenden Baum auftritt und vor der Weiterverarbeitung schon abstirbt.

Nadelhölzer wie zum Beispiel Kiefer, Douglasie und Lärche haben vereinzelt Harzgallen, die bei starker Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung ausbluten können. Es sollte bei Nadelhölzern kein dunkel pigmentiertes Terrassenöl verwendet werden, da dunkle Farben sich mehr aufheizen, wodurch der Austritt von Harz gefördert wird.

Viele Hölzer enthalten wasserlösliche Inhaltsstoffe, die durch Niederschläge auswaschen können. Man spricht auch vom Ausbluten der Hölzer. Diese farbigen Auswaschungen können angrenzende Putzfassaden oder auch Mauerwerke verschmutzen.

Auswaschungen können Sichtbeton und Putzfassaden verfärben und sind nur sehr aufwendig zu beseitigen.
Kleine Löcher durch Insektenfrasgängesind bei einigen Tropenhölzern normal und nicht vermeidbar.

Durch das Quellen und Schwinden des Holzes kann es zu unterschiedlichen Rissen kommen. Gerade bei starker Sonneneinstrahlung und an sehr exponierten Standorten lassen sich diese Spannungsrisse nicht vermeiden. Drehwuchs kann bei einigen Holzarten zusätzlich Risse und Verzug der Terrassendielen verursachen. Mit technisch getrockneten Terrassendielen kann die Rissbildung und der Verzug vermindert werden.

Bei einigen Hölzern, wie z. B. Ipé oder Western Red Cedar, können starke Farbunterschiede zwischen den einzelnen Terrassendielen vorhanden sein. Diese Farbunterschiede gleichen sich durch die natürliche UV-Sonneneinstrahlung innerhalb kurzer Zeit aus.

Holztypische Merkmale prägen das gesamte Erscheinungsbild einer Terrasse. Es sollte bei der Beratung berücksichtigt werden, dass eine Terrasse aus Holz im Außenbereich keine Erweiterung des Parkettbodens ist. Wenn höhere Anforderungen an die Qualität und Nutzung der Terrasse gestellt werden, ist eine Prüfung erforderlich, was machbar ist oder ob andere Materialien zur Verfügung stehen.

Schon bei der Auswahl der Materialien sollte an die spätere Wartung und Pflege gedacht werden. Mit dem Alter einer Terrasse verändert sich auch das Aussehen. Der ursprünglich rötliche oder braune Farbton vergraut mit der Zeit. Manche Holzarten bekommen eine schöne silbergraue Patina und Holzliebhaber sehen darin die eigentliche Schönheit des Holzes. Die UV-Strahlung der Sonne, Regen und Umwelteinflüsse haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Vergrauung. Somit kann es bei teilweise überdachten Terrassen zu unterschiedlich aussehenden Flächen kommen. Diese Vergrauung tritt bei allen Holzarten ein und kann durch eine Behandlung mit pigmentierten Ölen verlangsamt werden. Manche Hölzer lassen sich sehr gut ölen, andere müssen vorher erst abwittern oder lassen sich erst gar nicht behandeln. Wenn geölt werden soll, ist mindestens jährlich eine Nachpflege erforderlich.

Einsatzbereiche und Nutzung

Terrassen aus Holz und modifizierten Materialien werden in privaten und in öffentlichen Bereichen wie bei Hotel- und Gastronomiebetrieben eingesetzt. Die unterschiedlichen Beanspruchungen der Einsatzgebiete haben sehr großen Einfluss auf die Haltbarkeit und Lebensdauer der Terrassendielen.

Vor allem die Abnutzung durch Begehen oder Befahren der Fläche als auch die ständige Befeuchtung bei Schwimmbädern und Schwimmteichen sowie die Streusalzverwendung im Winter im öffentlichen Bereich reduziert die Haltbarkeit der Hölzer und Materialien. So hängt die Lebensdauer einer Terrasse auch von den Bedingungen während der Nutzung ab. Die Feuchtebelastung des Holzes sollte so gering wie möglich gehalten werden und dazu müssen Blumentöpfe, Sonnenschirmständer und großflächige Gegenstände ausreichenden Abstand zur Holzoberfläche haben. Mit ca. 15-20 mm starken Abstandsleisten oder Unterlegklötzen aus Terrakotta kann eine gute Belüftung sichergestellt werden.

Bei schweren Gegenständen muss geprüft werden, ob der Einbau von zusätzlichen Konstruktionshölzern erforderlich ist. Bei Dachterrassen ist besondere Vorsicht beim Aufstellen von großen Blumenkübeln und schweren Sonnenschirmständern erforderlich, da schnell ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm erreicht wird. Die Dachhaut darf auf keinen Fall beschädigt werden. Halten Sie bei Bedarf Rücksprache mit entsprechenden Fachleuten, Architekten und Statikern.

Blumenkübel und Pflanzgefäße sollten nicht direkt auf Terrassen stehen.
Bei Dachterrassen muss geprüft werden, ob schwere Sonnenschirmständer aufgestellt werden können.

Bei WPC-Terrassen können sich Spuren von dunklen Möbelgleitern abzeichnen. Diese sogenannten Kratzer können meistens wieder wegpoliert werden. Bei Holz zeichnen sich diese Abriebspuren kaum ab. Daher kann es bei WPC-Terrassendielen erforderlich sein, geeignete hellere Möbelgleiter zu verwenden.

Wenn Holzterrassen im öffentlichen Bereich oder bei Hotel- und Gastronomiebetrieben ganzjährig genutzt werden, sollten keine Fußmatten oder Rasenteppiche direkt auf das Holz gelegt werden. Um einen optimalen Wasserablauf sicherzustellen, sollten Gitterroste oder Einbaurahmen für Fußmatten zum Einsatz kommen. Staunässe kann ansonsten zu irreversiblen Schäden am Holz führen. Ob im nassen Zustand der Terrasse ein Hinweisschild „Vorsicht Rutschgefahr“ aufgestellt werden muss, ist im Bedarfsfall immer vor Ort zu prüfen.

Auf WPC-Terrassen können Kratzer durch Möbelgitter entstehen.
Bei Hoteleingängen sollten eingearbeitete Gitterroste statt Rasenteppiche oder Fußmatten verwendet werden.

Rutschsicherheit

Bei Terrassen aus Holz, modifizierten Materialien oder bei NFC/WPC Produkten werden oftmals in den Ausschreibungen Rutschfestigkeitswerte wie z. B. R9 oder R10 gefordert. Diese Werte sind jedoch für ganzjährig bewitterte Flächen im Außenbereich nicht anwendbar und können auch nicht sichergestellt werden. Die Rutschfestigkeitswerte beziehen sich auf das Regelwerk der Berufsgenossenschaft BGR 181. Schon der Blütenstaub von Bäumen kann in Verbindung mit Wasser zu einem Biofilm werden, der rutschig ist. Es sollten immer entsprechende Informationen und Schilder auf mögliche Gefahren hinweisen.

Qualitäten und Anwendungsgebiete

Es sind sehr unterschiedliche Sortierqualitäten bei Terrassendielen am Markt erhältlich, die nur schwer zu vergleichen sind. Es gibt zur Zeit keine DIN Normen oder sonstige Regelwerke für die Sortierung von Terrassendielen. Die Qualität der Ware ist von den jeweiligen Sortierungen der Hersteller und dem Herkunftsland abhängig und weitestgehend auch eine Vertrauenssache.

Trotz sorgfältiger Materialauswahl und Bearbeitung kann es bei Terrassendielen zu kleinen Flächenausrissen und rauen Oberflächen im Astbereich kommen. Drehwüchsige Holzarten weisen meistens auf der Oberfläche raue Stellen auf. Beim Verlegen sollten die Bretter entsprechend sortiert werden. Bitte bestellen Sie genügend Material für Ihre Terrasse, damit bei der Verlegung entsprechend sortiert werden kann.

Terrassenbeläge aus Holz sind in der Regel keine Barfußdielen und insbesondere sollte vor der Verlegung von Nadelhölzern im Schwimmbad oder Saunabereich genau geprüft werden, ob die gewünschten Anforderungen und Erwartungen erfüllt werden können. Aufgrund einer Vielzahl von holztypischen Eigenschaften wie z. B. Ästen, kann die Barfußtauglichkeit nicht sichergestellt werden. Es sollten besser geeignete Materialien wie WPC / NFC Terrassendielen verwendet werden. Diese neuen Verbundwerkstoffe sind vorwiegend barfußtauglich.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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