Balkon- und Terrassenbeläge: Verschraubung und Zubehör

24 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Verschraubung und Zubehör

Anforderung an die Verschraubung

Bei Terrassendielen aus Holz müssen immer rostfreie Edelstahlschrauben verwendet werden. Unter dem Oberbegriff „Edelstahl“ sind verschiedene Sorten zusammengefasst. Edelstahlschrauben werden aus „Martensitischen Stählen“ sogenannten C-Stählen und aus „Austenitischen Stählen“ z. B. A2- oder A4-Stählen hergestellt. Die chemischen Zusammensetzungen und Unterschiede der Stahlsorten sind in der DIN EN ISO 3506 geregelt.

Wichtig für die Schraubenauswahl ist auch die erforderliche Korrosionswiderstandsklasse (KWK). In der Korrosionswiderstandsklasse I–V wird der Einsatzbereich, die klimatischen Verhältnisse und die Belastung berücksichtigt. Die stärkste Belastung bei Schrauben ist bei Schwimmbädern (Chlor) und z. B. in Küstennähe (Salz) zu finden.

Die Werkstoffnummer gibt genauere Informationen bezüglich der Verwendung und ist in der „Allgemein bauaufsichtlichen Zulassung Nr. Z-30.3-6“ festgelegt (erhältlich beim DIBT www.dibt.de). Bitte prüfen Sie die örtlichen und baulichen Anforderungen und stimmen Sie die Schrauben auf die erforderliche Korrosionswiderstandsklasse (KWK) ab.

Für Edelstahlschrauben werden von den Herstellern auch gehärtete Edelstahl Bits angeboten. Diese Bits sind genau auf die Schraube abgestimmt und gewährleisten sicheren Halt im Schraubenkopf und einen geringen Verschleiß und Abrieb. Damit keine Verfärbung am Holz entsteht, sollten Bohrer und Bits zuvor nicht mit verzinkten Metallen in Verbindung gekommen sein.

Reaktion mit Holzinhaltstoffen

Bei einigen gerbstoffhaltigen Holzarten wie z. B. Eiche, Bangkirai oder Garapa müssen für die Verschraubung mindestens A2-Schrauben verwendet werden. Die metallischen Anteile von einfachen Schrauben können in Verbindung mit der Gerbsäure der Hölzer Verfärbungen verursachen, die nur schwer zu beseitigen sind und oftmals ein Austauschen der Dielen erforderlich machen. Bei Thermohölzern und acetyliertem Holz ist teilweise der Einsatz von A4-Schrauben nötig.

Gerbsäure von Bangkirai hat mit den Schrauben reagiert. Die Verfärbung ist kaum noch zu beseitigen.

Wissenswertes für die sichtbare Verschraubung bei Holzterrassen

Bei der sichtbaren Verschraubung von Terrassendielen sollte die Schraubenlänge anhand der Stärke der Dielen bestimmt werden und 2,5 mal so lang sein wie die Terrassendiele stark ist.

Brettstärke bis 21 mm = 50 mm Schraubenlänge
Brettstärke von 22 – 28 mm = 60 mm Schraubenlänge
Brettstärke ab 28 mm oder bei zusätzlichem Einbau von Abstandshaltern = 70 mm Schraubenlänge

Bei besonders harten und schweren Laubhölzern und bei Thermohölzern wird ein Vorbohren empfohlen, da eine erhöhte Spaltgefahr besteht.

Es sollte immer 0,5 mm größer als der Schraubendurchmesser vorgebohrt werden. Dadurch kann die mögliche Gefahr einer Rissbildung beim Trocknen der Hölzer minimiert werden. Besondere Gefahr besteht immer an den Brettenden. Bei sehr kleinen Kopfdurchmessern der Schrauben sollten Sie Probeverschraubungen vornehmen, um zu prüfen ob sich die Schrauben evtl. zu tief eindrehen könnten.

Es werden für Terrassen unterschiedliche Schraubentypen angeboten und der Unterschied liegt zum einen in der Schraubenspitze und zum anderen in der Kopfform. Zusätzlich haben einige Schrauben sogenannte Fixiergewinde direkt unter dem Kopfbereich oder auch Fräsrippen auf der Unterseite des Schraubenkopfs.

Schrauben sollten mindestens einen Abstand von 60 mm zum Brettende haben, jedoch nicht mehr als 100 mm, damit sich die Dielen nicht so stark verziehen können.

Unterschiedliche Schraubenköpfe und Bohrspitzen beeinflussen das Schraubbild.
Der Abstand der Verschraubung sollte min. 100 mm bei 145 mm breiten Dielen betragen.

Pro Brett müssen mindestens 2 Verschraubungen auf der Unterkonstruktion erfolgen. Der Abstand der Schrauben sollte möglichst 100 mm bei einer Brettbreite von 145 mm betragen. Bei schmaleren Brettern muss der Abstand angepasst und möglichst weit außen verschraubt werden. Bei zu geringen Abständen der Schrauben können die Dielen schüsseln und es besteht eine Stolpergefahr.

Drehzahl und Drehmoment müssen am Schrauber auf die Herstellerangaben der verwendeten Schrauben eingestellt werden. Bei zu hoher Drehzahl besteht die Gefahr, dass die Schrauben zu heiß werden und ausglühen. Bei einem zu hohen Drehmoment können die Torsionskräfte zu groß werden. Die Schrauben können beim Auftreffen auf die Holzoberfläche vorgeschädigt werden und bei einem späteren Trocknen der Dielen abreißen. Einige Hersteller empfehlen daher das erforderliche Drehmoment durch Probeverschraubungen zu ermitteln und bei Hartholz mit der Stufe 1 (350-500 U/min) zu verschrauben.

In der Praxis hat sich das Vorbohren der Dielen bewährt, da sich die Schrauben auf diese Weise einfacher eindrehen lassen. Da Schrauben immer in Flucht sitzen sollen und nur eine geringe Abweichung erlaubt ist, kann durch das Vorbohren und sofortiges Versenken eine optisch einwandfreie Arbeit erzielt werden. Die Verschraubung sollte mindestens flächenbündig erfolgen oder 1 bis 1,5 mm gleichmäßig tief versenkt sein. Bei oberflächenbehandelten Profilen dürfen die Schrauben lt. FR02 nur 1 mm tief versenkt werden, ansonsten max. 2 mm.

Um ein gutes optisches Schraubbild zu erzielen und dabei gleichmäßig tief versenkte Schrauben einbringen zu können, werden von der Industrie entsprechende Vorsätze für Akkuschrauber angeboten. Bei diesen Vorsätzen kann die Tiefe zur Versenkung der Schraube genau eingestellt werden.

Mit Vorsätzen für Akkuschrauber kann eine optisch hochwertige Verschraubung erzielt werden.

Sie sollten mit dem Kunden vorab besprechen, ob eine Verschraubung in der Nut oder auf der Oberfläche (bei genuteten Profilen) erfolgen soll. Für beide Arten der Verschraubung gibt es jeweils Vor- und Nachteile.

Verschraubung in der Nut – Bei der Verschraubung in der Nutvertiefung kommt das Schraubenbild nicht so stark zum Vorschein und hervorstehende Schraubenköpfe fallen nicht so auf. Zudem besteht beim Nachtrocknen der Dielen keine Stolpergefahr durch vorstehende Schraubenköpfe. Bei Profilen mit 7 Nuten sollen die Schrauben immer in der äußersten Nute gesetzt werden.

Verschraubung auf der Oberfläche – Wenn auf dem Berg bei V-förmiger Profilierung geschraubt wird, müssen die Schrauben gleichmäßig tief und sauber in einer Flucht verschraubt werden. Die Verschraubung ist oberflächenbündig herzustellen. Diese Art der Verschraubung ist anspruchsvoller und sollte immer vorgebohrt werden.

Bei Bootsstegen, Brücken oder ähnlichen Flächen ist die Verschraubung in der Nut der aktuelle Stand der Technik, da mit einer stärkeren Abnutzung gerechnet werden muss. Die Schraubenart ist genauestens mit dem Kunden abzustimmen, da evtl. durch zukünftige Wartungs- und Pflegearbeiten die Dielen ausgewechselt werden müssten. Daher kann eine Befestigung von unten oder eine Befestigung mit Schloßschrauben problematisch sein.

Bei geriffelten und glatten Terrassendielen muss auf eine saubere und ausrissfreie Bohrung und Verschraubung geachtet werden. Alle Angaben zur Schraubenlänge und Schraubenabstände sind dabei ebenso zu berücksichtigen. Es werden am Markt auch breitere Dielen als 145 mm angeboten. Hier müssen die Herstellerangaben zur Verschraubung und Befestigung beachtet werden. Bei breiteren Dielen kann es erforderlich sein mit 3 Verschraubungen je Auflagepunkt auf der Unterkonstruktion zu arbeiten.

Spezialbohrer mit eingebautem Versenker ermöglichen eine saubere und gleichmäßige Verschraubung.

Schrauben sind der schwächste Teil einer Terrasse und sollten bei stark arbeitenden Hölzern wie z. B. Massaranduba mit Abstandshaltern zwischen der Unterkonstruktion und dem Belag verlegt werden. Die Scherbeanspruchung der Schrauben wird dadurch reduziert. Ebenso können 6 mm starke Schrauben verwendet werden, die weniger abreißen können. Zusätzlich sollten die Terrassendielen vorgebohrt werden. Die Verwendung von getrocknetem Holz reduziert die Belastung der Verbindung.

Bei den meisten Laubhölzern muss auch die Unterkonstruktion nach Vorgaben der Zulassung (abZ oder ETA) komplett vorgebohrt werden. Von den Herstellern werden dafür entsprechende Stufenbohrer angeboten. Durch das Vorbohren der Unterkonstruktion bei allen härteren Holzarten kann das Spalten und Aufplatzen während der späteren Nutzung verhindert bzw. minimiert werden.

Bei der Verlegung muss der Verarbeiter entscheiden, ob Spezialschrauben mit Fräsrippen eingesetzt werden oder ob ein Bohrer mit Versenker verwendet wird. Entscheidend ist ein sauberes und ausrissfreies Schraubbild.

Bei tragenden Bauteilen sind Verbindungsmittel nach den Vorgaben der DIN EN 1995-1 oder mit allgemein bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder ETA zu verwenden.

So sollte ein Schraubenbild nicht aussehen. Die Schrauben sind nicht in einer Flucht geschraubt.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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