Tipps für barrierefreies Wohnen

15 Aug: Tipps für barrierefreies Wohnen

Barrierefrei gestaltete Wohnungen und Häuser erleichtern nicht nur den Alltag für Menschen mit körperlicher Einschränkung, sondern sind auch im Alter eine echte Hilfe. Sie ermöglichen in der Regel eine vereinfachte Fortbewegung für gehbehinderte Personen und bieten mehr Komfort im Alltag. Auch nachträglich lassen sich Häuser und Wohnungen so umbauen, dass sie barrierefrei werden. In diesem Beitrag erfahren Sie unter anderem, was barrierefreies Wohnen ausmacht und welche Lösungen es dafür gibt.

Um das Haus oder die Wohnung barrierefrei zu gestalten, gibt es viele Möglichkeiten, die für mehr Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden sorgen. So lässt sich durch automatische Türöffner der Komfort aller Familienmitglieder auf einfache Weise erleichtern. Diese können bei der Entscheidung für eine neue Haustür oder neue Zimmertüren gleich mitberücksichtigt werden oder auch bei bereits vorhandenen Türen nachgerüstet werden.

Abbildung: Haustüren, die mit einem Türantrieb ausgestattet sind, tragen zu barrierefreiem Wohnen bei, da sie von älteren und körperlich eingeschränkten Menschen leichter passiert werden können.

Umbaumaßnahmen für barrierefreies Wohnen

Die meisten Räumlichkeiten können so umgebaut werden, dass ein gewisser Grad an Barrierefreiheit auf einfache Weise erreicht werden kann. So können die Bewohner selbstständig leben und ihren Alltag besser allein meistern. Im Optimalfall achten Sie bereits beim Hausbau, bei der Entscheidung für eine neue Wohnung oder bei der Modernisierung Ihres Eigenheims auf ein paar wichtige Dinge in Sachen Barrierefreiheit:

  1. Smart-Home-Lösungen erleichtern den Alltag, da sich Türen, Tore und Elektrogeräte ganz einfach aus der Ferne per Smartphone, aber auch mit Handsendern oder Funktaster bedienen lassen.
  2. Um auch mit einem Rollstuhl oder Rollator gut die Zimmertüren passieren zu können, kommt es auf die richtigen Türmaße Barrierefreie Durchgänge sollten mindestens 90 Zentimeter breit sein. Türgriffe in der Höhe von 85 Zentimetern und Fensterverriegelungen auf einer Höhe von 105 Zentimetern sind auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen.
  3. Haustüren und Zimmertüren mit Antrieb lassen sich per Handsender, Funktaster oder dem Smartphone automatisch bedienen. Sie erleichtern den Alltag und erhöhen den Komfort.
  4. Kleine Hervorhebungen oder Treppenstufen sollten mit einer Rampe oder einem Treppenlift versehen sein, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Ideal sind Erdgeschosswohnungen oder Aufzüge, die die Fortbewegung erleichtern und oftmals rollstuhlgerechter sind.
  5. Garagentor und Einfahrtstore mit Antrieb verbessern den Komfort, da diese sich einfach per Knopfdruck und ohne Kraftaufwand öffnen lassen. Zudem bietet eine integrierte Abschaltautomatik mehr Schutz, da das Tor automatisch bei Hindernissen stoppt.
  6. Einzelne Räume sollten für mehr Bewegungsfreiheit und Flexibilität großzügig bemessen sein und zudem bestenfalls mit rutschfesten Böden ausgestattet werden.
  7. Für einen barrierefreien Duschbereich sollte der Duschboden bodentief sein, also mit dem restlichen Badezimmerboden abschließen. Ideal sind zudem eine Sitzgelegenheit sowie ein Griff in der Dusche.
  8. Barrierefreie WCs sind auf einer Höhe von 46 bis 48 Zentimetern anzubringen. Auch hier bietet sich eine Halterung an, die als Stütze genutzt werden kann.
  9. In der Küche sollte die Arbeitsplatte unterfahrbar sowie deren Höhe und die der Elektrogeräte (z.B. Backofen und Mikrowelle) an die Bedürfnisse und die Arbeitshöhe der Bewohner angepasst werden.
Abbildung: Die wichtigsten Maßnahmen für ein barrierefreies Zuhause auf einen Blick.

Barrierefreie Türen

Abbildung: Mit Türantrieb können Wohnungstüren ganz einfach zu Automatiktüren umgewandelt werden.

Haustüren und Wohnungstüren mit Türantrieb sind ein wichtiger Bestandteil für barrierefreies Wohnen. Für gehbehinderte und ältere Menschen im Rollstuhl oder mit einem Rollator wird so der Alltag enorm erleichtert. Neben automatisierten Wohnungstüren erleichtert auch eine Automatik-Haustür den Alltag und trägt zu einem barrierefreien Eingangsbereich bei. Mobilitätseingeschränkte Personen können damit ohne fremde Hilfe ins Haus gelangen. Auch in Sachen Sicherheit bieten Automatik-Türen Vorteile, da sie sich automatisch verriegeln, wenn sie ins Schloss fallen. Dies ist vor allem im Falle eines Einbruchs wichtig, da Versicherungen bei nicht abgeschlossenen Türen oftmals nicht zahlen.

Abbildung: Mit Antrieb und einem Automatik-Schloss lassen sich Haustüren per Knopfdruck öffnen und schließen.

Wann sind barrierefreie Anpassungen der Wohnräume möglich?

Sowohl Eigentümer als auch Mieter dürfen das Wohnumfeld barrierefrei gestalten. Wer in einem Mietverhältnis steht, kann die Erlaubnis für die bauliche Veränderung beim Vermieter einholen, wenn berechtigtes Interesse besteht. Dies gilt sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Fall, dass ein Familienmitglied darauf angewiesen ist. Bei kleineren Änderungen, die die Bausubstanz nicht betreffen, ist in der Regel keine Erlaubnis des Vermieters notwendig. Hierzu zählen unter anderem:

  • Die Anbringung von Haltegriffen (z.B. im Badezimmer)
  • Die Installation eines Notrufs
  • Elektrische Türöffner

Bei größeren Eingriffen, wie der Installation von Treppenliften, dem Umbau des Bads mit barrierefreier Dusche oder der Begradigung von Schwellen, kann der Vermieter auch seine Zustimmung verweigern. Meist stimmen diese den Umbaumaßnahmen aber zu.

Abbildung: Durch eine ebenerdige Dusche, Halterungen, ein niedrig montiertes WC und Türantrieb lässt sich ein Badezimmer barrierefrei gestalten.

Als Eigentümer eines Hauses können Sie individuell bestimmen, welche Umbaumaßnahmen Sie umsetzen möchten, um barrierefreies Wohnen zu ermöglichen. Ausnahmen bestehen lediglich, wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie den Hauseingang ändern möchten. Dann bedarf es der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Wenn Sie kurz vor dem Hausbau stehen, ist es sinnvoll sich bereits jetzt über barrierefreies Bauen zu informieren, um nachträgliche Umbaumaßnahmen zu vermeiden.

Die Änderung des Wohnraums ist immer abhängig davon, ob Sie mieten oder Eigentümer sind. Bevor es an die Planung des barrierefreien Wohnraums geht, informieren Sie sich am besten beim örtlichen Wohnungs-, Bau- oder Sozialamt über bestimmte Vorlagen oder Sonderprogramme für eine altersgerechte Sanierung. Denn diese sind meist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es gibt beispielsweise Förderungen für barrierefreies Bauen, wie sie die KfW Förderbank anbietet. Mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ wird die Umsetzung von barrierefreien Maßnahmen unterstützt.

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