Balkon- und Terrassenbeläge: Terrassenkonstruktion und Ausführung

21 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Terrassenkonstruktion und Ausführung

Planung

Die Materialauswahl ist maßgeblich davon abhängig, wie eine Terrasse konstruiert wird. Ebenerdige Terrassen können auf dem Niveau des Rasens oder oberhalb erstellt werden. Bei der Verbauung auf dem Niveau des Rasens muss mit einer erhöhten Feuchtigkeitsansammlung und bei mangelhafter Wartung und Pflege mit Pilzbefall gerechnet werden. Es sollte ebenfalls besondere Aufmerksamkeit auf eine gute Belüftung gelegt werden, damit das Holz schnell wieder abtrocknen kann.

Die Nutzungsdauer einer Terrasse, die oberhalb vom Niveau des Rasens verbaut wird, kann erheblich verlängert werden und sollte bei nicht so haltbaren Hölzern, wie z.B. Lärche und Douglasie beachtet werden.

Bitte beachten Sie bei allen Planungen und Ausführungen die örtlichen Begebenheiten und Bauvorschriften. Halten Sie sich immer an den aktuellen Stand der Technik und an die Herstellerinformationen.

Ausrichtung und Gefälle

Die Ausrichtung von Terrassendielen sollte möglichst rechtwinklig zur Hauptlaufrichtung erfolgen, da auf diese Weise die Rutschsicherheit verbessert wird. Die Optik von Terrassen ist sehr stark von der Verlegerichtung der Dielen abhängig.

Kunden wünschen oftmals eine Verlegung der Dielen parallel zur Fensterfront und ohne ein Gefälle in der gesamten Konstruktion. Es muss beachtet werden, dass die wasserführende Schicht bei Balkonen und Terrassen ein Gefälle von 1-2 % (1 % Gefälle entspricht 1 cm Höhenunterschied je laufendem Meter) haben soll. Ohne ein Gefälle kann Wasser auf der Fläche schlechter ablaufen und Pfützen können sich bilden. Das Holz trocknet langsamer und es treten verstärkt Risse und Schüsselungen auf. Eine Folge kann eine stärkere Algenbildung sein, die zusätzliche Pflege- und Wartungsarbeiten erforderlich macht. Ein Gefälle vom Haus weg ist einfacher auszuführen und fällt weniger auf. Bei der Verwendung von Holzarten mit einer Dauerhaftigkeitsklasse von 1 – 2 wird die Lebensdauer einer Terrasse, die ohne Gefälle erstellt wurde, nicht verringert.

Abgrenzung zu angrenzenden Flächen

Bei der Planung und Konstruktion einer Terrasse sollte immer ein optimaler baulicher/ konstruktiver Holzschutz umgesetzt werden. Dazu zählt eine gute Um- und Belüftung der Bauteile von Terrassen sowie ein ausreichender Wasserablauf unterhalb der Terrassendielen. Bei ebenerdigen Terrassen sollte eine Umrandung mit Steinen als Abgrenzung zur Rasenfläche erfolgen. Dadurch wird ein Einwachsen des Rasens zwischen den Terrassendielen und eine stärkere Auffeuchtung der Dielen verhindert. Bei WPC Hohlkammerprofilen kann ein Rasenbewuchs zu frühzeitigem Ausfall führen. Terrassen aus Douglasie und Lärche sollten nicht ebenerdig verbaut werden, da bei Erdkontakt keine ausreichende Dauerhaftigkeit der Hölzer gegeben ist.

Eine Abgrenzung mit Steinen ist auch für weitere Gartenarbeiten wie z. B. Rasenmähen von Vorteil, da die Kanten einfacher sauber gehalten werden können und eine Beschädigung der Holzdielen verhindert wird. Wenn möglich, sollte ca. 5 cm Abstand zur Rasenkante eingehalten werden.

Gehwegplatten können als Fundament und für die Umrandung einer Terrasse verwendet werden.
Ca. 5 cm Abstand zum Holz erleichtert das Rasenmähen und schützt das Holz.

Optimaler Wasserablauf und Vermeidung von Staunässe an Auflagepunkten

Bei allen Terrassenkonstruktionen sollte ein optimaler Wasserablauf gewährleistet sein. Auch die Holzunterkonstruktion sollte nicht dauerhaft im Wasser stehen. Mit Unterlegern aus dauerhaften Materialien, sogenannten Gummipads, kann die Feuchtigkeit schnell ablaufen. Die Unterleger sollten mindestens 6 mm stark sein, damit das Wasser auch abtropfen und abfließen kann.

Die Auflagepunkte auf den Unterkonstruktionen sollten nach Möglichkeit nicht mehr als 50 mm betragen. Wenn größere Querschnitte z. B. 60 x 100 mm für Unterkonstruktionen erforderlich sind, sollten die Profile oben abgeschrägt werden.

An Auflagepunkten der Terrassendielen sollte darauf geachtet werden, dass bei nicht so dauerhaften Hölzern eine Trennschicht z. B. bituminierte Dachbahnen oder EPDM-Streifen untergelegt werden, die seitlich ca. 20 mm überstehen. Es werden am Markt Systeme mit Abstandshaltern, PVC-Schnüre oder Edelstahldrähte von verschiedenen Herstellern angeboten, die eine gute Belüftung und einen optimalen Wasserablauf sicherstellen. Bei Hölzern mit einer Dauerhaftigkeitsklasse 1 – 2 kann darauf verzichtet werden.

Bei größeren Dimensionen sollte die Auflagefläche max. 50 mm betragen.
Durch den Einbau von Abstandshaltern oder EPDM-Streifen kann Holz ausreichend schnell abtrocknen.

Abstand zu Gebäuden

Zur Hauswand und zu allen angrenzenden Bauwerken ist ein ausreichender Abstand einzuhalten. Der Abstand sollte mindestens 10 mm betragen. Bei Putz- und Holzfassaden wird mit einem Abstand von 15 bis 20 mm die Pflege und das Streichen erleichtert und eine gute Belüftung der Terrassenfläche sichergestellt.

Berücksichtigen Sie bei den Abständen die Holzfeuchte der Terrassendielen. Die Abstände sind sowohl in Längsrichtung als auch auf der Breitseite einer Terrasse einzuplanen. Mit Abstandhaltern kann ein gleichmäßiges Fugenbild erzielt werden. Die Verschraubung sowie die Schnittkante der Dielen müssen in einer Flucht ausgeführt werden.

Bei der Planung und Ausführung von Terrassen muss ein ausreichender Spritzwasserschutz zu angrenzenden Fassaden sichergestellt werden. Ein Abstand von mindestens 300 mm zwischen den Holzbauteilen einer Fassade und dem Bodenbelag sind einzuhalten. Zur Reduzierung der Spritzwasserbelastung kann eine Kiesschüttung (Korn 16/32) mit mindestens 150 mm Breite eingebaut werden.

Die Fachregeln 01 des Zimmerhandwerkes und die DIN 68800-2 geben entsprechende Richtwerte vor, die auch bei Modernisierungsarbeiten beachtet werden müssen.

Einbau von Regenrinnen und Entwässerungssystemen

In der Richtlinie „Fassadensockelputz/ Außenanlage“ wird bei Terrassen und Balkonen ein Mindestmaß für die Abdichtung von 150 mm über dem Gelände nach DIN 18195-4 gefordert. Ist das nicht möglich, müssen geeignete Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser getroffen werden. Es sind am Markt sehr gute Systeme für Regenrinnen und Gitterroste erhältlich, die im Türeingangsbereich montiert werden können.

Wenn von Kunden diese Ausführung nicht gewünscht wird, muss auf die möglichen Gefahren hingewiesen werden. Ein Hinweis könnte lauten: „Bei einer Ausführung ohne Regenrinne
auf dem Niveau des dahinterliegenden Bodens, müssen bei Starkregen und Schnee geeignete Maßnahmen ergriffen werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann“. Bitte diese Hinweise immer schriftlich schon bei der Auftragsbestätigung aufführen und mit dem Kunden besprechen.

Aufbau eines geeigneten Untergrunds für Terrassen

Der Aufbau des Untergrunds und die Beschaffenheit der Böden ist bei der Planung zu berücksichtigen. Bei Neubauten sollte eine optimale Abstimmung der unterschiedlichen Gewerke erfolgen. Bei bestehenden Steinterrassen sollten einige Steine entfernt werden, damit Wasser schnell ablaufen und versickern kann. Wenn kein ausreichendes Gefälle vorhanden ist, muss die Konstruktion entsprechend darauf abgestimmt werden.

Wenn auf gefliesten Flächen eine Terrasse aus Holz oder modifizierten Materialien erstellt werden soll, ist eine Aussteifung der Terrasse einer Befestigung auf dem Untergrund mit Metallwinkeln vorzuziehen, da der genaue Aufbau und die Abdichtung der Fläche meistens nicht genau geklärt werden kann. Für den Verarbeiter besteht bei einer Befestigung dann ein erhöhtes Haftungsrisiko.

Der Untergrund für eine normale Terrasse sollte aus einem wasserdurchlässigen Bodenaufbau bestehen und ausreichend verdichtet sein. Wenn erforderlich muss neu ausgekoffert werden.

Optimal ist eine ca. 20 cm starke Schotterschicht mit einer ca. 5 cm Splitt- oder Brechsandschicht. Optional kann darauf ein Wurzelvlies gegen Unkrautbewuchs gelegt werden.

Bei 25 mm starken Terrassendielen sollte der Abstand der Unterkonstruktion max. 50 cm betragen.
Ein optimaler Aufbau sollte wasserdurchlässig und ausreichend verdichtet sein.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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