Balkon- und Terrassenbeläge: Terrassenkonstruktion und Ausführung – Teil 2

25 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Terrassenkonstruktion und Ausführung – Teil 2

Unterkonstruktion aus Holz

Die Abstände der Konstruktionshölzer sollten nicht mehr als 50 cm bei 25 mm Dielen und 40 bis 45 cm bei 21 mm Dielen betragen. Die Hölzer müssen immer auf einer Gehwegplatte oder einem anderen dauerhaft lastenverteilenden Material aufliegen. Unterkonstruktionen sollten nie direkt auf Schotter oder Erdreich verlegt werden.

Bitte beachten Sie immer die Eigenschaften der verwendeten Holzart für die Unterkonstruktion sowie bei modifizierten Hölzern und WPC-Produkten die Herstellerangaben. Es sollten keine größeren Abstände als 50 cm für die Unterkonstruktion gewählt werden, damit ein möglicher Verzug der Terrassendielen minimiert wird. Besonders bei drehwüchsigen Holzarten kann es bei großen Abständen der Unterkonstruktion zu einer Stolpergefahr durch Verzug der Dielen kommen.

Die Zwischenräume der Unterkonstruktion dürfen nicht mit Splitt, Schotter oder anderen Materialien verfüllt werden. Es ist immer eine gute Belüftung sowie Entwässerung der Unterkonstruktion sicherzustellen.

Die Konstruktionshölzer sollten möglichst ca. 42 x 68 mm stark sein, wobei die Verlegung hochkant auf den Fundamenten / Gehwegplatten erfolgen sollte.

Als Holzart für die Unterkonstruktion muss bei Hartholz wie Bangkirai, Massaranduba etc. immer dieselbe Holzart oder zumindest ein ähnliches Hartholz mit einer vergleichbaren Dauerhaftigkeit verwendet werden. Bei Weichhölzern wie Kiefer KDI, Douglasie oder Lärche empfiehlt sich die gleiche Holzart wie das Deckprofil. In bestimmten Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, Hartholz als Unterkonstruktion einzusetzen. Es sollte keine Weichholz-Unterkonstruktion für Hartholz-Terrassendielen verwendet werden.

Unterkonstruktion aus Aluminium

Als Alternative zu Holz werden am Markt verschiedene Systeme für Unterkonstruktionen aus Aluminiumprofilen angeboten. Mit diesen Systemen können geringere Aufbauhöhen bei Terrassen realisiert werden. Aluminiumprofile sind sehr formstabil und lassen sich einfach verlängern. Die Abstände der Auflagepunkte können je nach Hersteller und Profil vergrößert werden und Spannweiten von >100 cm sind möglich. Es müssen für die Verschraubung der Terrassendielen jedoch „gewindeschneidende Spezialschrauben“ verwendet werden. Aluminium arbeitet anders als Holz und dehnt sich in den Sommermonaten aus. Schon bei der Planung müssen entsprechende Abstände zu angrenzenden Bauwerken berücksichtigt werden.

Bei aufgeständerten Terrassen, Schwimmteichen, Stegen oder Balkonen muss geprüft werden, ob eine allgemeinebauaufsichtliche Zulassung (abZ) erforderlich ist. Klären Sie die Anforderungen mit dem Bauherrn oder Architekten ab und halten Sie Rücksprache mit dem Hersteller, wie entsprechende Konstruktionen umgesetzt werden können.

Nutzen Sie immer die kompletten Systeme eines Herstellers und verwenden Sie keine fremden Bauteile, die nicht dafür freigegeben wurden. Reklamationen können sonst vom Hersteller mit der Begründung „Verwendung von nicht systemkonformen Bauteilen“ abgelehnt werden.

Befestigung der Unterkonstruktion

Wenn möglich sollte jeder Lagerbalken an mindestens drei Punkten (Vorne-Mitte-Hinten) am Untergrund befestigt werden. Entweder durch eine direkte Befestigung mit dem Untergrund oder mit zusätzlichen Winkeln. Sie können z. B. Winkel 35 x 50 x 50 mm wechselseitig an der Unterkonstruktion montieren. Dadurch lassen sich leicht verzogene Balken besser ausrichten.

Ohne Fixierung oder Aussteifung können Schrauben leicht abscheren und die gesamte Konstruktion kann schwimmen, hochkommen oder sich verziehen. Je nach Material und Konstruktion muss das Quellen und Schwinden konstruktiv berücksichtigt werden. Edelstahlschrauben Metallwinkel.

Aussteifung der Unterkonstruktion

Bei Dachterrassen kann die Unterkonstruktion nicht auf dem Boden befestigt werden. Hierbei sollten zusätzliche Querversteifungen eingebaut werden. Durch kurze Querhölzer, sogenannte Wechsel, ist das einfach zu lösen. Wenn bei normalen Terrassen auch keine Möglichkeit besteht die Konstruktionshölzer auf dem Boden zu fixieren, muss mit Wechseln eine verwindungssteife Konstruktion erstellt werden (z. B. bei gefliesten Flächen oder Montage auf Kellerdecken).

Zuschnitt der Dielen und Ausführungen von Längenstößen

Terrassen sind unterschiedlich groß und nicht immer stehen passende Längen zur Verfügung. Um eine gute Sortierung und eine optimale Materialausnutzung zu bekommen, müssen Terrassendielen teilweise in der Länge gestoßen werden. Alle Bretter sollten bei der Verlegung rechtwinklig an beiden Enden abgeschnitten werden und zusätzlich mit einer Fase oder Rundung versehen werden.

Bei den meisten Harthölzern muss die aus Paraffin bestehende Wachsversiegelung der Stirnseiten entfernt werden, damit das Paraffin bei Wärmeeinwirkung nicht flüssig wird und sich auf der Oberfläche der Dielen verteilen kann. Im Bedarfsfall sollten die Kopfenden mit entsprechenden Hirnholzversiegelungen nachbehandelt werden.

Es sollten bei Längsstößen immer 2 Unterkonstruktionshölzer montiert werden. Der Abstand zwischen den beiden Hölzern sollte ca. 100 mm betragen. Bei der Verlegung sollte mit einer Fuge von mind. 5 mm bis max. 10 mm am Stoß gearbeitet werden. Der Höhenunterschied der Dielen an den Stoßfugen darf bei der Verlegung nicht mehr als 3 mm betragen (FR02 BDZ).

Zwischen der Terrassendiele und der Unterkonstruktion sollten Abstandshalter wie z. B. 5 mm Edelstahl- oder PVCDraht gelegt werden. Damit wird Staunässe vermieden. Bei Hölzern mit einer DKL 1 – 2 ist das nicht unbedingt erforderlich. Die Ausführung der Stoßfugen bei Systemlängen muss immer genau nach den Angaben der Hersteller erfolgen.

Abstände der Terrassendielen

Bei der Verlegung der Terrassendielen muss die Holzfeuchte überprüft und entsprechende Abstände gewählt werden. Wenn kein Holzfeuchtemessgerät vorhanden ist, kann direkt bei Verlegung die Breite der Dielen gemessen werden. Es sollten min. 5 Messungen an unterschiedlichen Dielen erfolgen. Aus diesen Messungen wird dann der Fugenabstand für die Verlegung festgelegt. Unabhängig von der Jahreszeit können 145 mm breite Dielen mit einem Abstand von 5 mm verlegt werden.

Es ist zu beachten, dass diese Angabe sich auf die angegebene Brettbreite (= Nennmaß) der Dielen bezieht. Die entsprechenden Angaben stehen auf dem Lieferschein oder dem Kaufbeleg. Wenn zum Zeitpunkt der Montage die Dielen abweichende Breiten haben, können Sie wie folgt den Fugenabstand berechnen.

Nennmaß = 145 mm + 5 mm Abstand
ergibt einen Verlegabstand von 150 mm
Istmaß = 139 mm
dann muss der Abstand der Fuge 11 mm betragen

Am Markt sind verschiedene Systeme erhältlich, die gleichzeitig als Abstandshalter zur Unterkonstruktion verwendet werden können und zusätzlich den Fugenabstand regulieren. Der Fugenabstand kann auch mit Montagehilfen in unterschiedlichen Stärken gleichmäßig eingeteilt werden. Bei allen Hölzern ist mit Quellen und Schwinden in der Stärke und Breite von 5 % bis 10 % zu rechnen. Die Längenveränderung kann bei Vollholzdielen unberücksichtigt bleiben. Bei WPC und modifizierten Materialien müssen jedoch die Herstellerangaben berücksichtigt werden.

Aufständerungen von Terrassen

Bei abschüssigem Gelände, Balkonen und Höhenunterschieden von > 50 cm sollte bei Terrassen eine besonders stabile und ausgesteifte Konstruktion erstellt werden. Es muss dabei auch beachtet werden, ob für die verwendeten Materialien eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder eine europäisch technische Zulassung (ETA)vorliegt. Auch bei den verwendeten Hölzern muss geprüft werden, ob die Holzarten im bauaufsichtlich tragenden Bereich eingesetzt werden dürfen. In der GD-Holz Broschüre „Terrassen- und Balkonbeläge“ und in der Tabelle in Kapitel 2.10 (S. 11) sind die entsprechenden Holzarten aufgeführt und gekennzeichnet, die für tragende Konstruktionen zur Verfügung stehen. Dies gilt nicht nur für den Belag sondern auch für die Unterkonstruktion.

Wenn höhenverstellbare Stelzlager verwendet werden, müssen die maximalen Höhenangaben der Hersteller beachtet werden. Zudem muss auf jeden Fall auch eine entsprechende Aussteifung und Befestigung der Konstruktion erfolgen.

Ohne ausreichende Fugenabstände sind die Fugen oftmals nicht mehr vorhanden.

Holzroste

Holzroste oder Belagroste sind meistens lose verlegte kleinformatige Terrassenflächen die miteinander zu einer großen Terrasse zusammengestellt werden. Sie sind leicht austauschbar und ohne großen Aufwand zu demontieren. Holzroste gelten als Verschleißteile. Für die Ausführung sind die zuvor genannten technischen Details jedoch nur begrenzt anwendbar. Holzroste sind oftmals von unten verschraubt, besitzen eine geringe Aufbauhöhe und sehr geringe Materialstärken. Bei einer Ausführung nach den FR02 BDZ muss die Mindeststärke der Beläge von Holzrosten 18 mm betragen.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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