Balkon- und Terrassenbeläge: Qualität bei Terrassendielen

20 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Qualität bei Terrassendielen

Oftmals wird im Verkaufsgespräch mit dem Kunden über hochwertige Qualität gesprochen und mit Handmustern die zu erwartenden Holzeigenschaften und Qualitäten vermittelt. Dann stellt sich die Frage: Was ist eine hochwertige Qualität und was ist Standardware?

Sortierungen für Terrassendielen

Für Terrassendielen gibt es keine festgelegten Sortierungen, die in DIN Normen oder anderen Regelwerken fixiert worden sind. Die Qualität der am Markt erhältlichen Terrassendielen ist abhängig von den Sortierrichtlinien der Hersteller und der Herkunftsländer. Die in Deutschland gehandelten Holzarten für Terrassendielen, wie z. B. europäische Lärche / Douglasie / Edelkastanie und Eiche, werden nach der DIN 4074 sortiert. Eine sibirische Lärche wird nach den russischen Sortierregeln GOST 26002-83 sortiert.

Die Sortierung der Holzarten aus Asien, wie z. B. Bangkirai / Red Balau / Kapur, erfolgt nach den „MGR – Malaysian Grading Rules“. Bei den südamerikanischen Holzarten, wie IPE / Cumaru / Garapa / Massaranduba etc., erfolgt die Sortierung nach den nordamerikanischen Sortierrichtlinien der „NHLA – National Hardwood Lumber Association“. Die Sortierungen wurden speziell für Schnittholz entwickelt und nicht für Fertigprodukte.

Zusätzliche Qualitätsanforderungen bei Terrassendielen werden von den Importeuren mit den Produzenten je Profil und Holzart abgestimmt und vertraglich vereinbart. Diese Absprachen beeinflussen die Qualitäten und machen das Vergleichen schwierig.

Die Angaben zur Qualität und Sortierung auf Auftragsbestätigungen und Lieferscheinen bei Terrassendielen bezieht sich i.d.R. auf die Sortierung der Einsatzware vor dem Hobeln und nicht auf die fertige Terrassendiele. Somit kann es auch Qualitätsabweichungen bei verschiedenen Lieferanten geben, obwohl die Bezeichnung der Qualität gleich ist. Bei der Bestellung beim Lieferanten sollten genaue Angaben zur benötigten Qualität gemacht werden. Abweichende Qualitätsanforderungen sind vertraglich zu vereinbaren. Bei sehr hohen Qualitätsanforderungen von einzelnen Kunden ist die Machbarkeit und Beschaffung zu klären und ist preislich zu berücksichtigt.

Bei tragenden Konstruktionen werden zusätzliche Anforderungen an die Festigkeit der Dielen gestellt. Für Nadelholz wird die Sortierklasse z. B. S 10 gefordert, wohingegen Laubholz die Sortierklasse LS 10 erfüllen muss. Zusätzlich ist bei tragenden Konstruktionen der Splintholzanteil zu beachten.

Wovon wird die Qualität von Terrassendielen noch bestimmt ?

Neben den Qualitäten für das Schnittholz bestimmen die Holzfeuchte, die Maschinenausstattung, die Art der Verpackung, der Transport und die Lagerung sowie das Wuchsgebiet die Qualität von Terrassendielen am deutschen Markt. Diese Faktoren sollten bei Vergleichen zur Qualität und Preisen berücksichtigt werden.

Auswirkungen auf den Verkauf und die Beratung

Die Holzqualität und die Sortierung sollte vorab schriftlich vereinbart und abgestimmt werden. Referenz- und Musterflächen im Holzfachhandel dienen der Orientierung. Mit kleinen Handmustern kann die Qualität dem Kunden nicht vermittelt werden. Es sollte bei den Musterflächen darauf geachtet werden, dass möglichst viele holztypische Merkmale, wie z. B. Äste, Farbunterschiede etc., und auch nicht so besonders gute und fehlerfreie Ware gezeigt wird.

Der Verarbeiter sollte ausreichende Kenntnisse von den holztypischen Eigenschaften haben und bei der Verlegung immer sortieren. Bei Bedarf muss die Ware entsprechend der Vereinbarung mit dem Kunden ausgekappt oder entsprechende Bretter an die Seite gelegt werden. Bei der Bestellung sollte eine gewisse Menge zusätzlich bestellt werden.

Für verlegte Terrassendielen sind noch keine Sortiervorschriften vorhanden. Es sollte bei der Beurteilung der Holzqualität und des optischen Erscheinungsbildes immer auch die klimatischen Verhältnisse am Standort, die Nutzungsdauer und die holztypischen Eigenschaften berücksichtigt werden. Hilfreich sind auch entsprechende Abnahmeprotokolle die unmittelbar nach der Verlegung und Übergabe an den Bauherrn erstellt werden. Diese sollten Vermerke zu Abweichungen oder Auffälligkeiten enthalten. Damit kann festgestellt werden, welche Veränderungen entstanden sind, wie groß diese Veränderung ist und ob es sich um holztypische Merkmale handelt.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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