Holztypische Merkmale

23 Jul: Holztypische Merkmale

Äste

Die Astigkeit hat maßgeblichen Einfluss auf die Tragfähigkeit und Festigkeit von Terrassendielen. Äste sind je nach Holzart und Herkunft der Hölzer in der Größe und der Anzahl sehr unterschiedlich. Dadurch wird das gesamte Erscheinungsbild eines Objekts beeinflusst. Äste unterstreichen die Natürlichkeit von Holz. Bei importierten Laubholzdielen wie z. B. Bangkirai, Garapa, IPE und Cumaru sind die handelsüblichen Qualitäten i.d.R. kleinastig und astarm.

Formveränderungen – Abholzigkeit / Krummschaftigkeit

Die Abholzigkeit und die Krummschaftigkeit wird durch den Wuchs des Baumes bestimmt und ist abhängig von Wuchsgebiet, Lage, Umwelteinflüssen und Bodenverhältnissen.

Bei der Abholzigkeit kann es zu einem schräglaufenden Faserverlauf kommen und dadurch bedingt zu Oberflächenrauigkeit auf den Terrassendielen. Schräg auslaufende Risse können bei der späteren Trocknung der verlegten Terrasse entstehen.

Die Krummschaftigkeit kann zum Verzug von Terrassendielen führen. Die Krümmung ist stark von der Holzfeuchte abhängig. Bei nasser und luftgetrockneter Ware ist die Krümmung in der Regel noch nicht zu erkennen. Die Terrassendielen sind sauber ausgehobelt und verziehen sich erst beim Trocknen. Bei Lagerung der Ware oder auch erst nach der Verbauung wird die Krümmung dann sichtbar.

Anatomischer Bau – Drehwuchs / Rindeneinwuchs

Bei drehwüchsigen Bäumen laufen die Holzfasern spiralförmig um die Markröhre. Tropenhölzer wie z. B. Cumaru können oft wechseldrehwüchsig sein und sollten nach Möglichkeit nur technisch getrocknet für Terrassen verarbeitet werden. Beim Hobeln von drehwüchsigem Holz kann es zu Faserausrissen und rauen Oberflächen kommen. Drehwüchsiges Holz kann eine sehr interessante Optik haben und wird deswegen von einigen Kunden bevorzugt.

Einfluss von Pilzen – Bläue / Schimmelpilz

Holz kann durch Pilzbefall geschädigt werden. Es muss dabei unterschieden werden zwischen Pilzen, die das Holz lediglich verfärben und Pilzen, die das Holz zerstören können. Pilze können jederzeit entstehen und sind abhängig von den Feuchte- und Temperaturbedingungen während der Lagerung, des Transportes und im verbauten Zustand. Holzverfärbende Pilze haben keinen Einfluss auf die Haltbarkeit eines Terrassendecks. Durch Bläuepilzewerden blaue bis grau-schwarze Verfärbungen hervorgerufen. Durch Holztrocknung kann einer Verblauung vorgebeugt werden. Die Holzfeuchte sollte unter 20% liegen. Auch Schimmelpilze können zu Verfärbungen führen, sind aber nach Abtrocknung einfach durch Abfegen zu beseitigen. Diese Verfärbungen sind bei Terrassendielen kein Reklamationsgrund.

Risse – Trockenrisse / Blitzrisse

Risse können immer dann entstehen, wenn das Holz unter den Holzfasersättigungspunkt heruntergetrocknet wird und zu schnell oder auch unkontrolliert schwindet. Bei eingebauter Ware, die nicht technisch auf eine Holzfeuchte von 20 % (+/- 2 %) getrocknet wurde, können gerade bei starker Sonneneinstrahlung und hoher Trockenheit Risse entstehen. Eine technische Trocknung reduziert jedoch die Rissbildung bei Terrassendielen. Holzspezifische Risse, die im anatomischen Aufbau des Holzes begründet sind, sind Mark-, Kern- und Herzrisse, Wechseldrehwuchs und Ringschäle. Diese Risse treten teilweise erst nach der Trocknung oder Verarbeitung der Dielen auf. Bei der Verlegung können durch eine entsprechende Sortierung die meisten holztypischen Rissbildungen vermieden werden.

Pinholes – Insektenfrasgänge von Frischholzinsekten

Bei einigen asiatischen Holzarten wie z. B. Bangkirai können kleine Insektenfrasgänge sogenannte „Pinholes“ vorkommen. Die Anzahl ist nicht definiert. Bei Pinholes handelt es sich um Insektenfraßlöcher eines Frischholzschädlings. Diese Schädlinge treten ausschließlich am lebenden Baum auf und sterben vor der Weiterverarbeitung ab. Es besteht daher keine Gefahr für umliegende Bauten oder Möbel.

Harz- und Harzgallen

Harzgallen können vorwiegend bei Nadelhölzern wie Kiefer, Douglasie und Lärche durch Wärmeeinwirkung ausbluten. Das Ausbluten kann nicht verhindert werden und wird ca. 1-2 Jahre anhalten. Es lässt sich jedoch durch vorsichtiges Abschaben im kalten Zustand entfernen. Bei harzhaltigen Hölzern sollte keine Behandlung mit dunklen Ölen vorgenommen werden, da dadurch das Harz noch schneller an die Oberfläche treten kann. Auch einige Harthölzer wie z. B. Keruing können sehr harzhaltig sein. Unter Wärmeeinwirkung kann sich das Harz auf der Oberfläche ablagern.

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