Holzsiegel – einfach erklärt

26 Jul: Holzsiegel – einfach erklärt

Viele Logos und Siegel treten in der Holzwirtschaft parallel auf. Hier die wichtigsten drei kurz erklärt.

EU Holzverordnung

Die EU-Holzhandelsverordnung verbietet seit dem 03. März 2013 das Inverkehrbringen von Holz oder Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag. Unter die Verordnung fallen Holzformen und Holzerzeugnisse wie beispielsweise Brennholz, Rohholz, besonders geschnittenes Holz, Furnierblätter, Spanplatten, Faserplatten, verdichtetes Holz, Holzrahmen, Fässer, Tröge oder Bottiche, bestimmte Zellstoffe und Papiere und Holzmöbel. Bei der Überprüfung der Legalität von Holz und Holzerzeugnissen sind die Unternehmen selbst gefragt. Sie müssen zunächst verschiedene Informationen sammeln und auf deren Grundlage eine Risikobewertung durchführen, um auszuschließen, dass Holz oder Holzerzeugnisse aus illegalem Holzeinschlag in Verkehr gebracht werden.

Kann ein illegaler Holzeinschlag nicht ausgeschlossen werden, muss der Unternehmer weitere Informationen sammeln und prüfen, bevor er das Holz vertreiben darf. Die EU-HolzhandelsVO unterscheidet zwischen den Pflichten für Marktteilnehmer, die Holz oder Holzerzeugnisse in Verkehr bringen, und für Händler, die bereits auf dem Binnenmarkt vorhandenes Holz oder Holzerzeugnisse ankaufen oder verkaufen. Grundsätzlich betrifft diese Verordnung alle, die mit dem Rohstoff Holz handeln, sie dient dabei dem Schutz der natürlichen Ressourcen und dient einer nachhaltigen Holzwirtschaft.

Seit einigen Jahren können Wälder in Deutschland zertifiziert werden. Hierfür stehen zwei Standardisierungssysteme zur Verfügung. Beide – PEFC und FSC – stellen hohe Anforderungen insbesondere an die Nachhaltigkeit, an die Umweltverträglichkeit der Waldbewirtschaftung, die Arbeitsqualität und an die soziale Kompetenz der Forstbetriebe. Beide Forstzertifikate erfüllen die Kriterien der EU-Kommission: Freiwilligkeit, unabhängige Überprüfung, Transparenz, Kosteneffizienz, offener Zugang.

FSC Holzsiegel

Das Siegel steht für „Forest Stewardship Council®“ und ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft. Es geht zurück auf die Gründung dieser Nicht-Regierungsorganisation auf dem Weltumweltgipfel in Rio 1993. Zehn weltweit gültige Prinzipien garantieren, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Diese Prinzipien sind in einem internationalen Standard festgelegt. Der FSC-Standard schreibt vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben müssen, er schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und sichert die Rechte der Ureinwohner und der Arbeitnehmer. Die Vorstellung, ein FSC zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur, trifft jedoch nicht zu. Es ist Wald, der bewirtschaftet wird, dies aber unter strengen Prinzipien und Kriterien, die den Wald als Ökosystem langfristig erhalten können.

PEFC Holzsiegel

Das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung) ist ein internationales Waldzertifizierungssystem. Nach eigenen Angaben ist es die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Standards. Bei PEFC Standard ist die Wahrung der Eigentümerinteressen garantiert, denn in erster Linie liegt die forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes diesem Standard zu Grunde. Die Zertifizierung ist nur dann ein in sich geschlossenes System, wenn nicht nur die Forstbetriebe, sondern v.a. auch die Handels- und Bearbeitungskette bis hin zum Endverbraucher durchgängig nachgewiesen wird.

PEFC bietet daher nicht nur den Forstbetrieben, sondern auch dem Holzhandel und der Holz verarbeitenden Industrie mit dem sog. „Produktkettennachweis“ ein hervorragendes
Marketinginstrument. Einzelne Sortimente, z.B. Industrieholz, sind ohne PEFC-Logo inzwischen nahezu unverkäuflich, zumindest werden sie nur mit erheblichen Preisabschlägen vom Markt aufgenommen.

Siegel und Logos sind in den letzten Jahre viele entstanden. Es geht bei allen darum den Nachweis einer nachhaltigen und umweltgerechten Holzwirtschaft zu erbringen. Der Verbraucher erhält durch das Logo nur durch detaillierte Recherche nähere Informationen zu dem verwendeten Holz.

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