Holz ABC

18 Jul: Holz ABC

Aufgrund seiner Vielseitigkeit haben Menschen Holz seit Urzeiten genutzt: zum Hausbau, zur Herstellung von Möbeln und Werkzeugen, als Brennmaterial, zum Kochen oder Heizen. Holz liegt als nachwachsender, natürlicher Rohstoff auch heute noch voll im Trend. In unserem Holz ABC geben wir Ihnen einen Überblick über die gebräuchlichsten Holzarten in der Außenanwendung.

Nadelhölzer

Yellow Cedar

Yellow Cedar ist aufgrund seiner hohen, natürlichen Pilzresistenz, seines guten Stehvermögens und der leichten Bearbeitbarkeit sowie verschiedener spezieller Eigenschaften ein technisch hochwertiges und vielseitig einsetzbares Holz. Wegen des geringen Vorkommens und hohen Preises wird es jedoch kein Alltagsholz werden.

Verwendungsbereiche
Im Außenbereich wird Yellow Cedar als Profilbrett zur Gestaltung von Flächen mit besonders gleichmäßiger und heller Färbung verwendet: als Zierschalung, Unterschlag, Abhängung, Windfeder und Verbretterungen von Garagentoren; für konstruktive Aufgaben als Rahmenholz für Fenster, Türen, Tore und Holzhäuser sowie für Schindeln, Gartenmöbel und Bänke.  Außerdem für den Bau von Sportbooten, Silos und Kühltürmen sowie für Fußböden in Sporthallen und Rennbahnen. Im Innenausbau für Bekleidungen, Leisten und Handläufe oder für Bilderrahmen. Aufgrund der besonderen Widerstandsfähigkeit gegen Säure für Separatorenblätter in Batterien und wegen des gleichmäßigen Aufbaues auch als Resonanzholz für Musikinstrumente.

Western Red Cedar

Western Red Cedar wird hauptsächlich in flächenbildender Form verwendet, wo es keinen oder nur geringen mechanischen Beanspruchungen wie zum Beispiel Druck ausgesetzt ist.

Verwendungsbereiche
Im Außenbau wird es wegen seiner Pilzfestigkeit für Fassaden- und Garagentorverkleidungen, Dachunterschläge, Windfedern, Dachabhängungen, Fensterläden, Pergolen und Holzschindeln an Dächern und Wänden verwendet. Da das verarbeitete Holz praktisch splintfrei ist, tritt keine Verblauung durch Pilzbefall auf. Im Innenausbau wird es hauptsächlich aufgrund seiner Schönheit, der guten Isolation, des geringen Gewichts und seiner guten Standfähigkeit für Wand- und Deckenverkleidungen verwendet. In den Erzeugerländern wird es auch als Dach- und Wandmaterial im Holzhausbau, als Rahmenholz im Gewächshausbau sowie für Fenster und im Boots- und Terrassenbau verwendet.

Europäische und Sibirische Lärche

Das Holz der Europäischen Lärche ist mäßig bis wenig dauerhaft. Das der Sibirischen Lärche dagegen dauerhafter und bei Außenanwendungen besser geeignet. Harzreiche Qualitäten sind in hohem Maße säureresistent.

Verwendungsbereiche
Vielseitig verwendbares Konstruktionsholz bei mittlerer Beanspruchung für Innen- und Außenanwendungen wird sehr oft im Garten- und Landschaftsbau für Terrassen eingesetzt; Fenster- und Türrahmen (meist aus verleimten Kanten); Fußböden (Dielen, Vollholz- und Fertigparkett); Möbel, Vertäfelungen, Innentüren; Daubenholz für chemische Behälter und Bottiche.

Europäische Douglasie

Die in Europa gewachsene Douglasie stammt von dem nordamerikanischen Oregon Pine ab. Der wesentliche Unterschied der Douglasie zu Oregon Pine liegt in den breiten Jahresringen und im hohem Astanteil. Noch feinjährigere Qualitäten sind von geringerem Gewicht und leichter bearbeitbar. Stark grobjährige Hölzer neigen beim Stemmen oder Nageln zum Platzen. Allgemein sind die gleich guten Verarbeitungs- und Verleimungseigenschaften wie bei Kiefernholz zu erwarten. Abweichend hiervon sind bei Oregon Pine in Verbindung mit Feuchtigkeit und Eisenmetallen entstehende Reaktionsverfärbungen zu nennen, die farblich einer Pilzbläue ähneln. Aus diesem Grund sind bei Außenverwendung und in Feuchträumen möglichst Nichteisenmetalle zu benutzen. Hervorzuheben sind das gute Stehvermögen und eine für die Verwendung im Außenbau genügende Pilzresistenz (Resistenzklasse 3 nach EN 350-2).
Bei stärkerer Erwärmung kann auf der Oberfläche, vor allem bei ungenügender Trocknung, Harz austreten. Die technische Trocknung bereitet keine Schwierigkeiten. Nur bei größeren Stärken kann an der Oberfläche eine feine Rissbildung auftreten.

Verwendungsbereiche
Die günstigen Festigkeitseigenschaften bei relativ niedrigem Gewicht ergeben eine besondere Eignung für konstruktive Aufgaben, wo gute Passungen erforderlich sind, beispielsweise im Rahmen-, Türen- und Fensterbau, für Treppen, Schwingfußböden, Decksplanken, Leitern, Rollladenstäbe, Bottiche, Pergolen und Gewächshäuser. In flächenbildender und die Holzstruktur betonender Form für Wandverkleidungen, Fassadenelemente, Dachüberstände, Brüstungen und Garagentore; als Furnier mit ausdrucksvoller Streifen- oder Fladerstruktur für Ausstattungszwecke; als Sperrholz für den Silo-, Waggon- und Möbelbau; als Dekorplatten für Vertäfelungen; als Industriesperrholz für Schalungsplatten und Verpackungen.

Kiefer

Kiefer ist ein geradfaseriges, mitunter sehr harzreiches Nadelholz mit deutlicher Kernfärbung. Durch den Wechsel von hellen Frühholz- zu dunklen Spätholzbändern ist diese Holzart deutlich strukturiert. Kiefernholz ist, nach entsprechender Beseitigung eventueller Harzstelle mit jedem Mittel und nach jeder Methode (deckend oder lasierend), gut zu behandeln. Es verhält sich diesbezüglich ähnlich vorteilhaft wie z. B. Fichte, Lärche und Douglasie. Nach längerer Wasserlagerung kann im Splintholz durch Bakterienbefall eine ungleiche Aufnahme der Mittel und dadurch eine Fleckenbildung entstehen. Kiefer sollte für Terrassen immer kesseldruckimprägniert sein.

Verwendungsbereiche
Kiefernholz wird als Rundholz, Schnittholz und Furnier, seltener in Form verklebter Bauelemente (Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz, verleimte Kanteln), angeboten. Im Innenausbau ist Kiefer vielseitig verwendbar beispielsweise für Skelettkonstruktionen, tragende Wände und Decken, Fußböden, Treppen-, Wand- und Deckenverkleidungen und Einbaumöbel. Im Außenbereich wird Kiefer für Fassadenverkleidungen, Balkone, Fenster, Türen, Zäune und Tore eingesetzt. Darüber hinaus ist die Kiefer ein wichtiges Massenholz für viele Holzwerkstoffe sowie für die Zellstoffund Papierindustrie.

Laubhölzer

Ipé

Das gegen Pilzbefall und Termiten sehr resistente Holz kann langfristig im Außenbau ohne spezielle Schutzmaßnahmen eingesetzt werden. Die Resistenz gegen Meerwasserschädlinge ist jedoch nicht ausreichend für den Einsatz im Salzwasser.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Außenbau, auch im Hafenbau für tragende Bauteile mittlerer bis hoher mechanischer Beanspruchung und für Terrassendielen, Decks von Molen; für Brückenbau, Schwellen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen, Pferdeboxen, Säurebehälter sowie für extrem beanspruchte Fußböden.

Massaranduba

Dank der sehr guten Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze und Insekten kann das unbehandelte Holz langfristig im Außenbau eingesetzt werden.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz für starke Beanspruchungen im Innen- und besonders im Außenbau, an die keine hohen Ansprüche bezüglich Maßhaltigkeit gestellt werden, z. B. für Brückenbau, Wasserbau (nur Süßwasser!), Terrassendielen, Kühlturmbau, Kläranlagen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen; gut geeignet für Fußböden in Werkhallen in Handwerk- und Industrieanlagen sowie für Bögen von Streichinstrumenten.

Teak

Das Kernholz von Teak besitzt i.d.R. eine sehr gute Resistenz gegenüber Pilzen und Insekten. Es gelten jedoch Einschränkungen für Holz aus Aufforstungen, das relativ großen Schwankungen (sehr dauerhaft bis mäßig dauerhaft) unterliegen kann. Dies ist abhängig von Standort und Alter der Bäume.

Verwendungsbereiche
Teak ist aufgrund des außergewöhnlich guten Stehvermögens und der hohen Resistenz gegenüber Pilzbefall besonders geeignet für konstruktive Außenanwendungen mit hohen Anforderungen an die Maßhaltigkeit, z. B. für Rahmenkonstruktionen jeder Art wie Fenster und Türen, im Schiffsbau vor allem für Decks und Aufbauten, im Garten- und Landschaftsbau für Gartenmöbel, Parkbänke und ähnliche Objekte. Aufgrund des ansprechenden Holzbildes in Bezug auf Farbe und Struktur werden Messerfurniere im Möbelbau, für Paneele und andere Formen der dekorativen Gestaltung eingesetzt. Kleinere Zuschnitte werden auch für kunstgewerbliche Gegenstände, Schnitzereien, Haushaltsartikel, etc. verarbeitet.

Cumaú

Dank der sehr guten Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze sowie Insekten kann das unbehandelte Holz langfristig im Außenbau eingesetzt werden.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Außenbau für mechanisch und biologisch höchst beanspruchte Anwendungen mit mäßigen Anforderungen an die Maßhaltigkeit, z. B. Schwellen, Brücken- und Schiffsbau, Schleusen, Wasserbau (nur Süßwasser!), Containerböden, Terrassendielen; nach sorgfältiger Sortierung und Trocknung gut geeignet für hochbelastete Fußböden, z. B. in Werkhallen von Handwerk- und Industrieanlagen.

Garapa

Die Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze und Insekten ist sehr variabel. Die Einstufung des Holzes reicht von sehr dauerhaft bis mäßig dauerhaft. Die Resistenz gegen Schädlinge im Meerwasser wird, bedingt durch den Gehalt an Kieselsäure, als mittel eingestuft.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Innen- und Außenbau (ohne Erdkontakt) für mechanisch und biologisch mittlere Beanspruchung; im Garten- und Landschaftsbau, Terrassendielen, Möbel; als Rahmenholz für Türen und Fenster; nach sorgfältiger Sortierung und Trocknung gut geeignet für Fußböden wie Dielen und Parkett.

Iroko

Iroko, häufig auch als Kambala bezeichnet, besitzt Eigenschaften, die im technischen Verwendungsbereich und besonders im Außenbau wichtig sind. Es wird daher häufig wie Eiche, Afzelia / Doussie oder Teak verwendet.

Verwendungsbereiche
Iroko ist aufgrund der hohen Pilzfestigkeit, des guten Stehvermögens und der Härte ein vielseitig verwendbares Holz hoher Wirtschaftlichkeit. Im Außenbau für Tore, Pfosten, Türen, Parkbänke und Verbretterungen; im Innenbau für Treppen, Bekleidungen, Parkett, Konstruktionsholz für besondere Längen sowie für Tische, Sitzmöbel, Containerböden, Bootsbau und lange Bänke (z. B. für Kirchen); besonders geeignet für chemische Spezialbehälter.

Robinie

Das Holz der Robinie besitzt hervorragende technische Eigenschaften, eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit und oft ein dekoratives Aussehen. Aufgrund einer meist schlechten Stammform und geringer Durchmesser bzw. Längen stehen gegenwärtig keine größeren Mengen von Robinienholz für eine regelmäßige industrielle Verarbeitung zur Verfügung. Auch in näherer Zukunft dürfte sich das Angebot auf dem Europäischen Markt in Grenzen halten.

Verwendungsbereiche
Soweit es die Wuchsqualität und die verfügbaren Abmessungen erlauben, ist es aufgrund der guten Eigenschaften (Festigkeit, Verarbeitbarkeit, Stehvermögen, natürliche Dauerhaftigkeit) ein vielseitig einsetzbares Holz. Im Außenbereich eignet es sich allgemein als Konstruktionsholz (bei größeren Abmessungen verleimt); im Garten- und Landschaftsbau sowie für Fahrzeugaufbauten, Türen und Fenster, Tore, Zäune u. a. im Innenbereich kann es für Treppen, Parkett sowie Klein- und Sitzmöbel eingesetzt werden. Dank seiner hohen dynamischen Beanspruchbarkeit eignet sich Robinie besonders für hochwertige Werkzeugsteile und für Turn- und Sportgeräte. Bei der Verwendung als Biegeholz ist Robinie ähnlich hoch einzustufen wie Esche und Buche. Weiterhin wird das Holz in der Landwirtschaft und im Obstbau als Zaun- bzw. Stützpfähle, seltener in traditionellen Bereichen wie Stellmacherei und Bergbau (Grubenholz) verarbeitet. Die Herstellung von Furnieren ist grundsätzlich möglich, erfolgt aufgrund des geringen Aufkommens qualitativ hochwertiger Stämme nur selten. Wegen des hohen Anteils an nicht anders verwertbaren kleinen Dimensionen wird Robinie (in Ungarn) noch überwiegend als Rohstoff für die Zellstoff-, Span- und Faserplattenfertigung und als Brennholz verwendet.

Bangkirai

Das gegen Pilzbefall und Insekten resistente Holz kann im Außenbau ohne spezielle Schutzmaßnahmen langfristig eingesetzt werden. Je nach Art und Wuchsgebiet kann die Pilzresistenz jedoch erheblich schwanken.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Außenbau, auch im Hafenbau für tragende Bauteile mittlerer bis hoher mechanischer Beanspruchung und für Terrassendielen, Decks von Molen; für Brückenbau, Schwellen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen, Pferdeboxen, Säurebehälter sowie für extrem beanspruchte Fußböden.

Eiche

Das Kernholz von Weißeichen besitzt eine gute Resistenz gegen holzzerstörende Pilze. Hingegen ist das Holz der Roteichen nur mäßig dauerhaft und nicht für den ungeschützten Außeneinsatz geeignet.

Verwendungsbereiche
Weißeichen und Roteichen sind aufgrund ähnlicher Festigkeitseigenschaften im konstruktiven Bereich (Innenausbau) sowie im Ausstattungsbereich (Wohn-, Büro- und Küchenmöbel, Wand- und Deckenbekleidungen, Vollholzund Fertigparkett, Holzpflaster, Treppen) in gleicher Weise verwendbar. Für dekorative Zwecke wird das gleichmäßig hellfarbige Holz feinjähriger Weißeichen am höchsten bewertet. Für konstruktive Außenanwendungen ist Weißeiche gut geeignet, Roteiche wegen der geringen Pilzresistenz weniger. Zu den speziellen Verwendungen der Weißeiche gehört die Herstellung von Flüssigbehältern (Kübel, Bottiche, Fässer), die besonders bei der Reifung hochwertiger Rotweine sowie von Cognac und Whisky geschätzt werden. Roteichen sind dafür nicht geeignet.

Keruing

Das in Südostasien besonders häufig vorkommende Keruing wird von Hölzern der sehr artenreichen botanischen Gattung Dipterocarpus gebildet. Diese Hölzer entsprechen einander so sehr, dass sie in den Erzeugerländern unter einem Handelsnamen zusammengefaßt werden; von diesen ist der wichtigste Keruing.

Verwendungsbereiche
Keruing ist ein Bauholz für stärkere Beanspruchungen. Es wird im Freien eingesetzt, wenn keine genauen Passungen erforderlich sind und bei Bodenlagerung eine Imprägnierung erfolgte: für Waggonböden, Beläge, Bettungen, Böden für Abstellflächen und Rampen, Schwellen sowie Packgefäße; außerdem als Schälfurnier, besonders für technische Sperrhölzer.

Red Balau

Dank der sehr guten Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze sowie Insekten kann das unbehandelte Holz langfristig im Außenbau eingesetzt werden.

Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Außenbau für mechanisch und biologisch höchst beanspruchte Anwendungen mit mäßigen Anforderungen an die Maßhaltigkeit, z. B. Schwellen, Brücken- und Schiffsbau, Schleusen, Wasserbau (nur Süßwasser!), Containerböden, Terrassendielen; nach sorgfältiger Sortierung und Trocknung gut geeignet für hochbelastete Fußböden, z. B. in Werkhallen von Handwerk- und Industrieanlagen.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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