Fassade: Wichtige Information für die Kundenberatung

22 Jul: Fassade: Wichtige Information für die Kundenberatung

Optik und Materialauswahl

Holz ist einer der natürlichsten und bewährtesten Baustoffe und mit der Modifizierung von nicht dauerhaften Hölzern werden sehr gute Alternativen zu Tropenhölzern geschaffen.

Abgerundet wird das Sortiment der Fassadenprofile von Profilen mit Spanholzkern und von NFC / WPC Fassadenprofilen. Diese Verbundwerkstoffe haben jedoch andere Eigenschaften als die natürlichen Holzbekleidungen und sind abhängig vom Hersteller und dem Produktionsverfahren.

Welche Holzart oder modifiziertes Material für die Fassade verwendet werden soll, hängt nicht nur von den klimatischen Einflüssen und dem Standort ab, sondern auch von den Produkteigenschaften und dem optischen Erscheinungsbild der gesamten Fassade. Gerade die Optik einer Fassade ist weitgehend eine Geschmackssache und wird von den holztypischen Eigenschaften sowie von der Art der Befestigung bestimmt. Einige Kunden bevorzugen eine unsichtbare Befestigung der Fassade und andere wiederum wählen lieber die klassische und bewährte sichtbare Verschraubung.

Mit der Kombination von Glas, Metall und Stein kann in der Gestaltung einer Fassade je nach Kundenwunsch mit der Optik und Farbe gespielt werden. Das gilt nicht nur für große Objekte sondern auch für Ein- oder Zweifamilienhäuser.

Putzfassade mit HPL-Platten im Dachbereich
Hotelfassade – Farbig behandelte Rhombus-Profile mit HPL-Platten

Für besonders anspruchsvolle Objekte stehen mit HPL-Platten und Faserzementplatten großformatige Bekleidungen zur Verfügung. Bei diesen Platten stehen besonders die Lichtechtheit und die Langlebigkeit im Vordergrund. Auch die schnelle Montage und der hohe Vorfertigungsgrad ist für Baukosten und Bauzeit ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Bauherren.

In der Gestaltung der Fassade werden mit Formen und Rundungen bestimmte Akzente gesetzt. Es sollte aber immer im Vorfeld die Machbarkeit geprüft und gleichzeitig auch die Langlebigkeit dieser Konstruktion beurteilt werden. Nicht jede Konstruktion macht Sinn und entsprechende Alternativen stehen zur Verfügung.

Mit senkrechten Holzprofilen können relativ einfach gerundete Fassaden hergestellt werden. Bei waagerechter Verlegung kann Holz schnell an seine Grenzen kommen.

Bei der Farbgestaltung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden kann sowohl mit Holz als auch mit HPL- und Faserzementplatten sowie mit NFC / WPC-Profilen die Optik der Gebäude entsprechend der Kundenwünsche gestaltet werden.

Mit den Bauherren sollten auf jeden Fall die notwendigen Pflege- und Wartungsarbeiten besprochen werden. Ein Abschluss von entsprechenden Wartungs- und Inspektionsverträgen würde sich anbieten.

Wissenswertes zu den holztypischen Merkmalen

Ein Baum wächst nicht kerzengerade und durch den Standort sowie durch Umwelteinflüsse wie Trockenheit, Frost und Stürme werden die holztypischen Merkmale geprägt. Diese Merkmale sind keine Fehler sondern unterstreichen die Natürlichkeit des Produktes. Die Farbe des Holzes, die Maserung und die Menge der sichtbaren Äste können stark variieren. Jeder Baum ist ein Unikat und Äste können je nach Holzart und Herkunft der Hölzer in der Größe und der Anzahl sehr unterschiedlich sein.

Bei heimischen Nadelhölzern kommen unterschiedlich große Äste vor, die sternförmig reißen können oder auch geschlossen und festverwachsen sind.

Bei farbig behandelten Fassaden ist der gewählte Farbanstrich, deckend oder lasierend, entscheidend für die Sichtbarkeit der Äste. Je deckender der Anstrich, umso weniger fallen die Äste auf.

Dagegen werden nordamerikanische Hölzer wie z. B. Western Red Cedar weitestgehend astrein oder zumindest astarm angeboten. Nadelhölzer wie z. B. Douglasie und Lärche haben vereinzelt Harzgallen, die bei starker Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung ausbluten können. Bei Nadelhölzern sollten keine dunkel pigmentierten Farbanstriche verwendet werden, da dunkle Farben sich mehr aufheizen und somit der Austritt von Harz gefördert wird. Auch bei hellen Farbtönen kann es vereinzelt zu Harzaustritten kommen.

Risse und Absplitterungen

Durch das Quellen und Schwinden des Holzes kann es zu unterschiedlichen Rissen kommen. Gerade bei starker Sonneneinstrahlung und an sehr exponierten Standorten lassen sich diese Spannungsrisse nicht vermeiden. Drehwuchs kann bei einigen Holzarten zusätzlich Risse und Verzug der Fassadenprofile verursachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Fassadenprofilen kann es durch die Bewitterung und durch das Arbeiten des Holzes zu einer sogenannten Ringschäle kommen. Diese Risse entlang von Jahresringen lassen sich kaum vermeiden.

Wissenswertes zu Farbunterschieden

Bei einigen Hölzern wie z. B. Western Red Cedar, können starke Farbunterschiede zwischen den einzelnen Profilen vorhanden sein. Diese Farbunterschiede gleichen sich durch die natürliche UV-Sonneneinstrahlung innerhalb kurzer Zeit aus.

Unterschiedliche Vergrauung

Schon bei der Auswahl der Materialien sollte an die spätere Wartung und Pflege gedacht werden. Mit dem Alter einer Fassade verändert sich auch das Aussehen und der ursprüngliche rötliche oder braune Farbton wird immer mehr und intensiver grau. Manche Holzarten bekommen eine schöne silbergraue Patina und Holzliebhaber sehen darin die eigentliche Schönheit des Holzes. Die UV-Strahlung der Sonne, Regen und Umwelteinflüsse haben maßgeblichen Einfluss auf die Vergrauung und somit kann es bei teilweise überdachten Fassadenbereichen zu sehr unterschiedlich aussehenden Flächen kommen.

Diese Vergrauung tritt bei allen Holzarten ein und kann durch eine Behandlung mit pigmentierten Farben verlangsamt werden. Manche Hölzer lassen sich sehr gut behandeln, andere wie z. B. Lärche lassen sich nur schwer behandeln bzw. eine Behandlung wird von den Herstellern teilweise abgelehnt. Wenn eine Behandlung vorgenommen wurde, muss eine regelmäßige Nachpflege erfolgen.

Belastungen durch Anbauelemente

Mit dem Bauherrn sollte frühzeitig über die gewünschten Anbauelemente wie Markisen oder Vordächer gesprochen werden. Meistens sind für die Montage entsprechende Verstärkungen hinter der vorgehängten Fassade erforderlich. Auch der konstruktive Holzschutz muss beachtet werden, damit es nicht zu Feuchtigkeitsansammlungen kommen
kann. Nach Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie bei Sturmschäden können Farbunterschiede nach Austausch von beschädigten Profilen über einen längeren Zeitraum sichtbar bleiben.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

Ähnliche Artikel