Fassade: Vollholzbekleidung für vorgehängte Fassaden

20 Jul: Fassade: Vollholzbekleidung für vorgehängte Fassaden

Verschiedene Ausführungen von Vollholzverkleidungen

Im Fachhandel werden Materialien für die bebilderten Bekleidungsarten gehandelt. Jede Konstruktion und Materialart hat ihre Vor- und Nachteile. Bei der Planung und Beratung sollten die konstruktionsbedingten Eigenschaften berücksichtigt werden. Die Hersteller geben in ihren Montageanleitungen viele wichtige Informationen und Anweisungen. In den Fachregeln 01 BDZ werden diese Konstruktionen und Montage näher erklärt.

Senkrechte Außenwandverkleidungen:

Boden-Deckel-Schalung
Boden-Leisten-Schalung
Offene Bekleidung mit Brettern
Schalung mit gespundeten Brettern

 

Waagerechte Außenwandverkleidungen:

Stülpschalungsbretter
Stülpschalungsbretter mit Nut und Feder
Offene Bekleidung mit Rhombusleisten

Stoßausbildung beiVollholzverkleidungen

Die Ausführung von Stoßfugen bei allen Vollholzbekleidungen muss schon bei der Planung berücksichtigt und mit dem Bauherrn abgestimmt werden, ob die Bekleidung mit regelmäßigen oder unregelmäßigen Fugen verlegt wird.

Bei waagerechter Verlegung sind stumpfe Längsstöße auf einer Traglatte erlaubt. Eine Abstandsfuge muss dabei berücksichtigt werden. Schwebende Stöße sind nicht erlaubt. Durch die Stoßfuge wird auch das Bild der Verschraubung bestimmt. Die Traglatte an der Stoßfuge muss breit genug sein, damit ein ausreichender Abstand zur Verschraubung gewährleistet ist.

Bei senkrechten oder diagonal verlegten Bekleidungen ist eine stumpfe Stoßfuge nicht erlaubt. Lärche und Douglasie dürfen bei einem Splintanteil von max. 10% auch bei senkrechter Verlegung stumpf gestoßen werden, wenn keine Oberflächenbehandlung vorgesehen ist.

In der Praxis hat sich bei der senkrechten Verlegung die Verwendung von Z-Profilen aus Aluminium bewährt. Bei unbehandelten Bekleidungen kann unterhalb des Z-Profils eine nicht ganz gleichmäßige Vergrauung entstehen.

Als alternative Ausführung darf bei durchgehenden horizontalen Geschoßfugen die Bekleidung mit mindestens 5 mm Fugenabstand und 15º Grad Hinterschneidung ausgeführt
werden.

Bei allen Bekleidungsarten mit Vollholz müssen die Vorgaben für die Ausbildung von waagerechten und senkrechten Stößen beachtet werden.

Falsch ausgeführte Stoßfuge verkürzt die Lebensdauer

Boden-Deckel-Schalung

Bei der Montage von einer Boden-Deckel-Schalung muss jedes Brett einzeln befestigt werden und die Befestigung des Deckels darf nicht durch das Bodenbrett gehen. Die Überlappung muss mindestens 20 mm betragen.

Das Boden- und das Deckelbrett muss bis zu einer Brettbreite von < 80 mm mit mind. 1 Schraube verschraubt werden und bei Breiten > 80 mm mit mindestens 2 Schrauben. Die Verschraubung des Bodenbrettes kann in dem Bereich der 20 mm Überlappung unsichtbar ausgeführt werden. Der Abstand der Schraube zur Außenkante muss jedoch > 15 mm sein.

Optimale Verschraubung bei einer Boden-Deckel-Schalung mit Bretterbreiten > 120 mm

Boden-Leisten-Schalung

Die Montage der Boden-Leisten-Schalung erfolgt wie bei der Boden-Deckel-Schalung; die Änderung liegt nur in der schmaleren Abdeckleiste. Bei farbig behandelten Fassaden werden die schmalen Leisten oftmals z. B. in Weiß behandelt und die Bodenbretter in Rot. Dadurch können in der Gestaltung besondere Akzente gesetzt werden.

Stülpschalung mit Brettern

Bei der klassischen Stülpschalung werden Bretter waagerecht übereinander montiert. Dabei überlappen die Bretter mindestens 20 mm und die Fassade wird dadurch regensicher. Das unterste Brett der Fassade wird dabei als erstes befestigt und danach werden alle weiteren Bretter schräg angebracht. Bei Breiten ≤ 120 mm mit 1 Schraube im unteren Brettbereich. Die Befestigung der Bretter erfolgt bei Breiten von ≥ 120 mm mit 2 Schrauben. Jedes Brett muss einzeln befestigt werden.

Stülpschalung mit Nut und Federbrettern

Die Montage von Stülpschalungen mit Nut und Feder stellt eine Besonderheit dar. In den Fachregeln 01 BDZ sind dafür keine genauen Montage- und Befestigungsvorgaben gemacht worden. Daher müssen die Herstellerangaben genau beachtet werden. Nut- und Feder-Stülpschalungen dürfen nicht ohne Abstand montiert werden, da sich die Bretter bei höherer Feuchtigkeit ausdehnen und es zu einem Aufstellen der Fläche kommen kann. Abhilfe schafft eine Montageschablone, die z. B. 2 mm Fugenabstand berücksichtigt.

Stülpschalung wurde ohne Abstand montiert

Schalung mit gespundeten Brettern

Die Profilbrettschalung mit Nut und Feder ist eine geschlossene und regensichere Bekleidung. Die Stärke der Profilbretter muss mindestens 18 mm sein und die Breite soll nicht mehr als das 7-fache der Dicke betragen. Die Montage muss auch mit Luft erfolgen. Dazu können auf der Vorderseite der Profilbretter Abstandsklötze genutzt werden.

Die Befestigung soll entweder im untersten Drittel der Fläche oder schräg durch den Federbereich erfolgen.

Besonderheiten bei offenen Vollholzverkleidungen

Die Vorgaben der Regelwerke gehen bei offenen Bekleidungen nur auf waagerechte Rhombusleisten ein. Die senkrechte Bekleidung mit gleich breiten oder auch unterschiedlich breiten Brettern ist nicht geregelt und muss mit allen Beteiligten genau geklärt werden.

Bei offenen waagerechten Bekleidungen ist der Schlagregenschutz nicht ausreichend; deshalb müssen diffusionsoffene und UV-beständige Fassadenbahnen hinter der Traglattung eingebaut werden. Die Verwendbarkeit der Fassadenbahn muss nach den Herstellerangaben geprüft werden. Die Fugenabstände zwischen den Profilen müssen ebenfalls beachtet werden. Bei behandelten Profilen muss der Fugenabstand > 15 mm betragen damit eine spätere Wartung und Pflege der Oberfläche möglich ist. Die Beschichtung ist allseitig und vollständig auszuführen.

Die Verschraubung kann bei Profilen mit einer Breite < 80 mm mit 1 Schraube erfolgen, bei Breiten > 80 mm mit 2 Schrauben.

Randabstände der Befestigung von Fassadenbekleidungen

Damit die Befestigung von Fassadenbekleidungen dauerhaft sichergestellt ist, müssen je nach Art der Befestigungsmittel – Nägel oder Schrauben – entsprechende Abstände zu den Brettenden und Kanten eingehalten werden. In den Fachregeln 01 BDZ sind entsprechende Vorgaben enthalten.

Mindestabstände der Befestigung von Brettern bei Holzfassaden mit Schrauben. Bei Schrauben mit Bohrspitze und Reibkopf darf der Abstand von 30 mm auf 20 mm reduziert werden (Quelle Fachregeln 01 BDZ).

Mindestabstände der Befestigung von Brettern bei Holzfassaden mit Nägeln und Klammern (Quelle Fachregeln 01 BDZ).

Die Abstände der Befestigung muss auch bei Längenstößen einhalten werden. Dadurch bedingt müssen ausreichend breite Unterkonstruktionen verwendet werden und für die Reduzierung auf 20 mm müssen Schrauben mit Bohrkopf und Reibkopf verwendet werden

Die Abstände zu den Brettenden sind bei diesem Längenstoß zu gering.

Eckausbildungen

Für die Ausführung der Eckausbildungen bei Fassadenbekleidungen stehen viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Hier werden einige Ausführungen gezeigt die sich in der Praxis bewährt haben und mit Standardprodukten aus dem Handel realisiert werden können.

Bei einer flächigen Brettverkleidung sollte die Einteilung der Bretter optimal auf die Gebäudeecken abgestimmt werden. Es sind meistens keine zusätzlichen Produkte erforderlich.

Rhombusprofile wurden auf Gehrung geschnitten, es sollte immer mindestens 5 mm Luft berücksichtigt werden.

Das Stirnholz der Rhombusprofile ist ungeschützt und kann schneller reißen. Bei modifizierten Hölzern ist das vertretbar, bei stark arbeitenden Hölzern wie Lärche aber nicht zu empfehlen. Es sollte immer geprüft werden, ob für diese Ausführung vom Hersteller eine Stirnholzversiegelung vorgeschrieben ist.

Von den Herstellern werden unterschiedliche Metallprofile für die Ausbildung einer Innen- oder Außenecke angeboten.

 

Eine Metallkante kann gleichzeitig ein Kantenschutz für die Profile sein, sollte aber mindestens 5 mm Abstand zum Holz haben, damit es nicht zu einem Pilzbefall kommen kann.

Winkelleiste wurde aus 2 Leisten hergestellt.

Bei einer Boden-Deckel-Schalung und bei einer Boden-Leisten-Schalung kann mit einem Rahmenholz eine optimale Eckausbildung hergestellt werden. Bei der Einteilung sollte darauf geachtet werden, dass die Bekleidung der Fassadenwand immer mit dem Bodenbrett beginnt bzw. endet.

Bei allen Ausführungen von Innen- und Außenecken muss darauf geachtet werden, dass ausreichende Fugenabstände eingebaut werden. Es darf sich keine Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum sammeln können, da es ansonsten zu einer Pilzbildung kommen kann und mit einem vorzeitigen Ausfall von Hölzern zu rechnen ist.

Es sollte immer versucht werden, die Brettenden gegen zu schnelle und starke Austrocknung zu schützen. Dies ist einfach mit Aluminium oder Holzleisten umsetzbar. Bei farbig behandelten Fassaden können diese Leisten durch einen Farbwechsel die Optik der Fassade beleben.

Die Eckausbildung muss so gestaltet werden, dass bei unbehandelten und bei farbig behandelten Fassadenbekleidungen jederzeit eine Wartung, Pflege und Nachbehandlung möglich ist. Wichtig ist auch, dass durch die Eckausbildung alle anderen Teile der Bekleidung ausreichend arbeiten und keine Spannungen entstehen können. Jedes Teil muss für sich arbeiten können und die Verlegerichtung sollte dabei beachtet werden.

Ausführung von Fenster- und Türanschlüssen bei Fassadenbekleidungen

Die Anschlüsse von Fenstern und Türen sind für einen funktionierenden Wetterschutz besonders wichtig. Das Eindringen von Wasser muss verhindert und gleichzeitig das Holz der Laibungen vor aufsteigender Nässe geschützt werden.

Der Abstand der Laibungsbretter zur Fensterbank muss mindestens 10 mm betragen, damit kein Wasser in das Brett ziehen kann. Unterhalb der Fensterbank sollten eine entsprechende Dämmung und eine Schleppfolie angebracht werden, die auch seitlich hochgeführt wird. Der „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren“ enthält entsprechende Informationen.

richtige Ausführung
falsche Ausführung
Gute Möglichkeit der Ausführung bei bodennahen Fenstern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sollte eine optimale Abstimmung zwischen dem Fensterbau und dem Fassadenbau erfolgen.

Für eine Nachbehandlung der farbigen Bekleidung sollten immer 5 – 10 mm Abstand zur Fensterlaibung eingehalten werden.

Hinterlüftung und Kleintierschutz

Bei hinterlüfteten Fassaden muss die Hinterlüftung mindestens 50 cm² pro lfm. Kante der Fassade betragen. Ab 20 mm Abstand muss ein wirksamer Kleintierschutz vor Mäusen oder ähnlichen Kleintieren eingebaut werden.

Bei diesen Schutz-, bzw. Lüftungsgittern aus nichtrostendem oder verzinktem Stahl darf die Maschenweite / der Lochdurchmesser maximal 5 – 10 mm groß sein. Es ist kein Insektenschutz bei einer Fassadenbekleidung erforderlich. Auf die Schutzgitter kann verzichtet werden, wenn weiche Dämmstoffe für Kleintiere nicht erreichbar sind.

Die Schutzgitter müssen im unteren Belüftungsbereich und an der oberen Kante angebracht werden. Dies gilt auch im Fensterbereich.

Bei offenen Fassadenbekleidungen können Kleintiere wie z. B. Mäuse auch bei der Verwendung von Schutzgittern im Fensterbereich oder im Sockel- oder Dachbereich durch die Fugen der Bekleidung eindringen. Es sollte dann unbedingt auf eine geeignete Wärmedämmung geachtet werden.

Mit dem Bauherrn sollte über diese Besonderheit gesprochen und auf die möglichen Auswirkungen hingewiesen werden.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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