Fassade: Verschraubung und Zubehör

19 Jul: Fassade: Verschraubung und Zubehör

Anforderung an Befestigungs-, Verbindungs- und Verankerungsmittel

Als Befestigungsmittel für die Bekleidungen bei Holzfassaden dürfen Nägel, Klammern und Schrauben verwendet werden.

Bei Fassaden müssen die Befestigungsmaterialien mindestens A2-Qualität haben. Wenn zusätzlich eine Gefährdung durch hohen Salzgehalt der Luft oder Chlor besteht, sollten Schrauben, Klammern und Nägel der Qualität A4 Werkstoff 1.4539 zum Einsatz kommen. Klammern müssen zusätzlich geharzt sein.

Wichtig für die Schraubenauswahl ist auch die erforderliche Korrosionswiderstandsklasse (KWK). In der Korrosionswiderstandsklasse I–V werden Einsatzbereich, klimatische Verhältnisse und Belastung berücksichtigt. Die stärkste Belastung bei Schrauben ist bei Schwimmbädern (Chlor) und z. B. in Küstennähe (Salz) zu finden.

Die Werkstoffnummer gibt genauere Informationen bezüglich der Verwendung und ist in der „Allgemein bauaufsichtlichen Zulassung Nr. Z-30.3-6“ beim DIBT (www.dibt.de) erhältlich. Bitte prüfen Sie die örtlichen und baulichen Anforderungen und stimmen die Schrauben auf die erforderliche Korrosionswiderstandsklasse (KWK) ab. Bei Systemen der Industrie müssen immer alle Komponenten der Hersteller verwendet werden.

Für Edelstahlschrauben werden von den Herstellern auch gehärtete Edelstahl-Bits angeboten. Diese Bits sind genau auf die Schraube abgestimmt und gewährleisten sicheren Halt im Schraubenkopf und einen geringen Verschleiß und Abrieb. Bohrer und Bits sollten vorher nicht mit verzinkten Metallen in Verbindung gekommen sein damit keine Verfärbung am Holz entsteht.

Verankerungsmittel

Für die Verankerung der Grundlattung in massiven Außenwänden müssen die Dübel und Schrauben eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung haben. Die Zulassung gilt für Schrauben in Verbindung mit den entsprechenden Dübeln. Beachten Sie immer die genauen Herstellerangaben.

Befestigungsmittel

Die Art und Ausführung der Befestigung hat maßgeblichen Einfluss auf die Optik und Qualität einer Fassade. Bei der Planung sollte immer geprüft werden, ob Nägel oder Klammern bei Holzarten, die zu Drehwuchs und Verzug neigen, geeignet sind.

Nägel können dem Verzug der Profile nicht standhalten und die Profile stehen dadurch vor!

Schrauben haben zusätzlich den Vorteil, dass die beschädigten oder mangelhaften Bretter bei späteren Wartungsund Instandhaltungsarbeiten einfacher ausgetauscht werden können. Bei Schrauben sind im Normalfall bessere Zugbelastungen möglich.

Bei einer sichtbaren Befestigung der Bekleidung dürfen nur nichtrostende Befestigungsmittel verwendet werden. Eine Ausnahme bilden Betriebsgebäude für die Landwirtschaft und dergleichen.

Bei verdeckten Befestigungsmitteln ist z. B. auch eine galvanisch verzinkte Oberfläche zulässig wenn auf Dauer eine Verfärbung der Oberfläche ausgeschlossen werden kann.

Reaktion mit Holzinhaltstoffen

Bei gerbstoffhaltigen Holzarten wie z. B. Eiche oder Douglasie müssen für die Befestigung ausschließlich nichtrostende Befestigungsmittel verwendet werden.

Die metallischen Anteile der Befestigungsmittel können in Verbindung mit der Gerbsäure der Hölzer Verfärbungen auf der Oberfläche verursachen, die nur schwer zu beseitigen sind und oftmals ein Austauschen der Profile erforderlich macht. Bei einigen modifizierten Materialien sind teilweise A4-Schrauben erforderlich.

Wissenswertes für die sichtbare Befestigung

Eine Befestigung dient zur dauerhaften Verbindung der Bekleidung mit der Unterkonstruktion, soll das Verdrehen verhindern und gleichzeitig das Quellen und Schwinden ermöglichen. Auch muss eine Rissbildung vermieden werden.
Mögliche Formveränderungen bei Holzbekleidungen werden von der Holzfeuchte, Brettbreite und Art der Befestigung bestimmt.

Die Befestigung muss oberflächenbündig hergestellt werden; eine Versenkung darf maximal 1 mm tief bei behandelten Profilen, ansonsten maximal 2 mm tief sein.

richtig
falsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die einsetzbare Dimension der Nägel, Klammern oder Schrauben richtet sich nach der Art und Stärke der Bekleidung und ist abhängig von der Stärke der Traglattung.

Jedes Brett muss einzeln befestigt werden, auch bei überlappenden Brettern. Bei Brettbreiten bis 80 mm ist eine Befestigung ausreichend, bei Breiten über 80 mm sind mindestens 2 Punkte erforderlich.

Wenn durch das Deckbrett direkt das Bodenbrett mit verschraubt wird, werden beim Arbeiten der Hölzer starke Risse auftreten.

Um eine optisch zufriedenstellende Ausführung sicherzustellen, darf bei einer Befestigung die Abweichung von einer gedachten Mittellinie auf einer Länge von 2 m nicht mehr als +/- 5 mm betragen (Fachregel 01 BDZ).

Wenn Fassadenprofile in der Länge auf einer Unterkonstruktion gestoßen werden müssen, ist eine Abweichung nicht zu vermeiden. Die Verschraubung an den Stoßfugen muss gleichmäßig erfolgen.

Es sollte immer geprüft werden ob ein Vorbohren erforderlich ist, damit es nicht zu einer Spaltung der Unterkonstruktion kommt.

Spaltung der Unterkonstruktion durch die Schraube

Verbindungsmittel für Traglattung auf der Grundlattung

Mit Schrauben, Nägeln und bauaufsichtlich zugelassenen Klammern darf die Traglattung auf der Grundlattung befestigt werden. Die Abmessung der Verbindungsmittel richtet sich nach dem Abstand der Grundlatten und der Traglatten.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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