Fassade: Oberflächenbehandlung

22 Jul: Fassade: Oberflächenbehandlung

Oberflächenbehandlung

Bei der Auswahl von Oberflächenbehandlungen muss sowohl die Holzart als auch die Materialwahl beachtet werden. Einige Hölzer, z. B. Lärche, haben einen hohen Harzanteil und sind nur schwer oder problematisch zu beschichten. Bei Holzwerkstoffplatten muss die Möglichkeit der Oberflächenbehandlung mit dem Hersteller abgestimmt werden.

Bei Profilbrettern werden von verschiedenen Herstellern bereits fertige Oberflächenbehandlungen angeboten. Es sollte jedoch bei vorvergrauten Profilhölzern genau geklärt werden, ob es sich nur um eine Vorbehandlung oder um eine endbehandelte Oberfläche handelt. Wenn die Vorbehandlung nur eine Vorwegnahme der späteren natürlichen Vergrauung ist, sollte keine Auslobung als Beschichtung erfolgen, damit es nicht zu Missverständnissen mit dem Bauherrn und zu Reklamationen kommt.

Anforderungen an die Ausführung einer handwerklichen Oberflächenbehandlung

Bei einer handwerklichen Ausführung der Beschichtung müssen zusätzliche Anforderungen an die Verarbeitung und an die Produkte beachtet werden.

Die Holzfeuchte der Profilbretter muss 15% +/- 3% betragen und schon bei der Bestellung berücksichtigt werden. Alle Profilbretter und auch alle anderen Bretter müssen abgerundete Kanten mit einem Radius von 2 mm haben. Ansonsten kann bei scharfen Kanten keine ausreichende Schichtstärke erzielt werden und infolge dessen kommt es zu einem Lackabriss der Beschichtung. Die Folge ist kein optimaler Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und Unterwanderung der Beschichtung. An den Brettenden ist ein Brechen der Kante ausreichend.

Eine Beschichtung besteht in der Regel aus einem 3-schichtigem Systemaufbau aus Grund-, Zwischen- und Endanstrich. Soll zusätzlich ein Schutzanstrich gegen Bläue, Schimmel- und Algenbefall erfolgen, muss diese Behandlung mit dem Auftraggeber abgesprochen werden. Der Grund- und Zwischenanstrich ist immer vor der Montage allseitig aufzubringen. Nach der Montage erfolgt der Endanstrich nur noch auf der Vorderseite. Die Schnittkanten müssen mit einem Hirnholzschutz versehen werden. Das gilt auch bei werkseitig behandelten Profilen. Ohne diese Versiegelung kann Feuchtigkeitsaufnahme über das Stirnholz zu großen Schäden führen.

Je nach Beschichtungssystem ist die Oberfläche nur für einen bestimmten Zeitraum haltbar und muss nachbehandelt werden. Mit dem Bauherrn sollte schon bei der Auftragsvergabe über die erforderlichen Wartungsarbeiten und Intervalle nach Herstellerangaben gesprochen werden. Der Abschluss eines Wartungsvertrages ist zu empfehlen.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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