Fassade: Konstruktion und Ausführung – Teil 2

21 Jul: Fassade: Konstruktion und Ausführung – Teil 2

Spritzwasserbeanspruchung im Sockelbereich

Um die Langlebigkeit einer Fassade sicherzustellen muss bei allen Konstruktionen ein ausreichender Spritzwasserschutz sichergestellt werden. Gleichzeitig wird auch die Optik einer Fassade durch einen fehlerhaften oder zu kleinen Abstand zum Boden stark beeinflusst. Das kann auch bei vorvergrauten Fassaden innerhalb von 1 – 2 Jahren zu einer ungleichmäßigen Vergrauung führen.

In den Fachregeln 01 BDZ und in der DIN 68800 Teil 2 werden die unterschiedlichen Möglichkeiten für einen ausreichenden Spritzwasserschutz sehr ausführlich erklärt und je nach Wahl der Bekleidungsart dargestellt.

Folgende konstruktive Hinweise sind zu beachten:

Der Abstand bei direkt bewitterten Holzbauteilen und dem Erdreich bzw. Bodenbelag muss min. 300 mm betragen. Bei HPL-Platten und Faserzementplatten muss der Abstand teilweise nur 50 mm betragen. Hier ist immer die Vorgabe der Hersteller zu berücksichtigen.

Durch konstruktive Maßnahmen wie einem 200 mm breiten Kiesstreifen (Korngröße 16/32) kann der Abstand auf 150 mm verringert werden.

Können diese Abstände nicht eingehalten werden, sind Maßnahmen wie z. B. Einbau von Gitterrosten an Türeingängen oder Regenrinnen erforderlich.

Bei waagerecht verbauten Bekleidungsbrettern aus Holz können die untersten Profile als Verschleißteil dienen und sollten daher leicht austauschbar sein. Bei der Beratung sollte mit dem Kunden die genaue Ausführung besprochen werden und auch welche optischen Beeinträchtigungen bei einem Austausch der Profile auftreten können. Auch die Haftungsfreistellung sollte mit den notwendigen Erklärungen und Pflichten ausgestellt werden.

Für eine funktionierende Konstruktion müssen die Bekleidungsbretter waagerecht und nicht senkrecht montiert werden und eine regelmäßige Reinigung des Kiesstreifens ist erforderlich.

So sollte es nicht gemacht werden, da die senkrecht montierten Profile von unten her anfangen können zu verfaulen und eine Renovierung kaum möglich ist.

Für die Einhaltung des Spritzwasserschutzes sind auch alle nachfolgenden Gewerke verantwortlich. Die Pflasterung sollte nicht einfach auf Wunsch des Bauherrn hochgezogen werden. Oftmals ist die Barrierefreiheit im Eingangsbereich der Grund für die Änderung. Es müssen dann geeignete Lösungen entwickelt und mit dem Kunden besprochen werden (z. B. Einbau von Gitterrosten).

Mittels größerem Dachüberstände kann ein ausreichender Schutz der Holzbauteile erzielt werden, indem ein Winkel von 60° von der Vorderkante Dachüberstand zur Unterkante Holz vorhanden ist.

Schlageregenbeanspruchung

Die wichtigste Funktion einer Fassade ist der Schutz vor Niederschlägen, insbesondere im Hinblick auf die Schlagregenbeanspruchung (Regen und starker Wind).

Hinterlüftete Fassaden bieten eine zusätzliche Sicherheit auch bei eindringendem Schlagregen, der über die Rückseite der Bekleidung ablaufen kann. Bei der Planung sollte die Beanspruchungsgruppe nach. DIN 4108-3 berücksichtigt werden. Wichtige Kenndaten sind Niederschlagsmenge, Wind sowie örtliche Lage und Gebäudeart. Wichtig ist auch, den Schutz im Bereich von Fugen und Anschlüssen sicherzustellen. Hierzu sollten geeignete Dichtbänder und Folien verwendet werden.

VHF-Fassaden sind auch bei durch Diffusion und Wechselklima auftretendem Tauwasser unkritisch.

Bei offenen Bekleidungen mit Rhombusleisten oder auch bei senkrecht montierten Brettern auf Lücke muss der Schlagregenschutz durch geeignete Fassadenbahnen sichergestellt werden.

Wärmedämmung

VHF-Fassaden verbessern in Kombination mit geeigneten Dämmstoffen die Wärmedämmung von Gebäuden. Daher ist es besonders wichtig, Dämmmaterialien zu verwenden die eine lange Funktionsfähigkeit haben. Schon bei der Planung sollte der Aufbau optimal aufeinander abgestimmt werden. Wärmeschutz darf nur mit genormten oder bauaufsichtlich zugelassenen Dämmstoffen erfolgen. Rohbau und die Fassadenkonstruktion können wärmeschutztechnisch aufeinander abgestimmt und optimiert werden (zum Beispiel DIN 4108 / DIN EN 13162).

Folgende Konstruktionsprinzipien sind zu beachten:
• Die Dämmung muss direkt an der Rohbauwand anliegen. Mit komprimierfähigen Materialien können die Unebenheiten ausgeglichen werden.
• Wärmebrücken müssen vermieden werden.
• Die Luftschicht zwischen Dämmung und Bekleidung sollte mindestens 20 mm stark sein, damit eingedrungene Feuchtigkeit schnell wieder abtrocknen kann.

Bei Grundhalterungen aus Metall für Aluminium-Unterkonstruktionen muss je nach Dämmmaterial eine Abdichtung der Durchdringungen erfolgen.

Luftdichtheit

Nach der DIN 4108 sind Außenwände immer luftdicht auszuführen. Durch die Luftdichtheit wird eine Durchströmung und Mitführung von Wärme und Feuchtigkeit, die zu Tauwasserbildung führen kann, vermieden. Die Anordnung der Schicht soll zwischen Innenbekleidung und Wärmedämmung sein.

Winddichtheit

Um eine optimale Dämmung zu erzielen und das Durchströmen der außenseitigen Wärmedämmschicht zu verhindern, werden Fassadenbahnen direkt auf die Dämmschicht aufgebracht.

Anschließend werden die Traglatten befestigt und so der notwendige Hinterlüftungsabstand für die Bekleidung hergestellt.

Fassadenbahnen müssen besonders reißfest, diffusionsoffen und wasserableitend sein. Es soll verhindert werden, dass Feuchtigkeit in die Konstruktion und Dämmung eindringen kann. Um ein Austrocknen der Wand nach außen zu ermöglichen muss eine Diffusionsoffenheit von sd ≤ 0,3 m sichergestellt werden. Bei Konstruktionen mit offenen Fugen ist eine UV-Beständigkeit der Fassadenbahn erforderlich (DIN EN 13859-2). Die Bahnen müssen mind. 10 cm überlappend angebracht werden. Anschlüsse an Türen und Fenster werden normalerweise verklebt. Die Herstellerangaben und Montageanleitungen sind zu beachten.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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