Fassade: Einsatzgebiete und Umwelteinflüsse

21 Jul: Fassade: Einsatzgebiete und Umwelteinflüsse

Einsatz- und Anwendungsgebiete

An die Optik und Gestaltung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden aus Holz und modifizierten Materialien, werden von den Kunden hohe Anforderungen gestellt. Diese Anforderungen müssen auch von den ausführenden Unternehmen bei der Planung und Materialauswahl berücksichtigt werden. Abhängig vom Standort und den örtlichen Begebenheiten sowie den jeweiligen Bauvorschriften, müssen die zulässigen Verwendungs- und Anwendungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Produkte geprüft werden. An sehr nassen Standorten sollte immer auf eine ausreichende Dauerhaftigkeit der Konstruktion und der Materialien geachtet werden.

Die Einsatzgebiete von VHF-Fassaden sind sehr vielseitig und kommen sowohl bei der Modernisierung von Altbauten als auch bei Neubauten verstärkt zum Einsatz. Bei Wohngebäuden mit mehreren Wohneinheiten / Eigentumswohnungen, sollte auch auf die spätere Wartung und Pflege der Fassade geachtet werden. Die verschiedenen Eigentümer haben bei durchgehenden Fassaden über mehrere Einheiten kann es später z. B. bei der Vergrauung zu Problemen kommen.

Vergrauung von Holz

Holz im Außenbereich ist ständig vielen Umwelteinflüssen durch Wind, Sonneneinstrahlung, Regen, Hagel und Schnee sowie der Feuchtigkeit in Bodennähe ausgesetzt und wird dadurch unterschiedlich stark belastet. Fassaden aus Holz und modifizierten Materialien verändern dadurch ihr Aussehen. Sichtbar werden diese Veränderungen als Erstes durch Vergrauen der Oberfläche.

Die Vergrauung auf der Oberfläche von Fassadenbekleidungen entsteht durch den Abbau des Lignins der oberflächennahen Holzschichten in Folge einer intensiven UV-Strahlung. Wasser wäscht die zersetzten Teile aus und die Oberfläche bleicht aus. Je nach Orientierung der Fassade und Sonneneinstrahlung kann die Vergrauung unterschiedlich schnell und intensiv auftreten.

Bei Gebäuden mit großen Dachüberständen kann die Vergrauung weniger stark ausfallen und je nach verwendeter Holzart auch unschön wirken.

Nicht alle Holzarten werden gleichmäßig schön grau, manche erhalten eine einheitliche silbergraue Patina, andere sind leicht scheckig grau oder grauschwarz. Diese sogenannte Patina ist holztypisch und kein Mangel. Mit geeigneten pigmentierten Lasuren oder deckenden Anstrichen kann die Vergrauung verzögert werden. Eine regelmäßige Nachpflege ist aber erforderlich.

Die Vergrauung hat keinen Einfluss auf die Funktionalität und Stabilität der Fassade. Eine mehrjährige Bewitterung kann zu einer Erosion der Oberfläche führen und bis zu 3 mm betragen.

Bei der Planung von Bekleidungen für vorgehängte hinterlüftete Fassaden sollte auch die Konstruktion und Ausführung von angrenzenden Bauteilen wie z. B. Vordächern berücksichtigt werden. Die Wasserabführung sollte dabei so ausgeführt werden, dass eine gleichmäßige Vergrauung möglich ist.

Bei unvorteilhafter Konstruktion wird es kaum möglich sein, eine gleichmäßige Vergrauung zu bekommen. Die unterschiedlichen Gewerke müssen ihre Konstruktion optimal gestalten und aufeinander abstimmen, damit der Bauherr lange Freude an seiner Fassade hat.

Verfärbungen von Holz bei Kontakt mit Metall

Bei einigen Holzarten kann eine Reaktion der wasserlöslichen Gerbstoffe schon bei minimalen Eisenkonzentrationen und bei Kontakt mit Wasser auftreten.

Verantwortlich kann dafür eisenhaltiges Grundwasser und Oberflächenwasser von gusseisernen Regenfallrohren sowie von metallischen Anbauelementen sein. Diese Verfärbungen werden häufig mit Schimmel verwechselt, lassen sich aber mit handelsüblichen Entgrauern oder Oxalsäure nur begrenzt entfernen. Nur durch Auswechseln oder Abbau von betroffenen Bauteilen kann eine Neuverfärbung dauerhaft verhindert werden.

Oftmals sind aber auch die Befestigungsmittel für die Verfärbung verantwortlich. Es müssen immer nichtrostende A2-Stähle verwendet werden. Ausnahme sind z. B. Landwirtschaftliche Gebäude.

Bei Metallarbeiten im Umfeld der Fassade oder an anderen Gebäudeteilen, sollten die ausführenden Unternehmen auf notwendige Schutzmaßnahmen wie z.B. Abdeckung der Fassade hingewiesen werden. Verschmutzungen durch Staub und Dreck sowie Zement oder Farbe, können während der Bauphase hartnäckige Flecken verursachen.

Insekten

Bei Fassadenbekleidungen aus Holz und modifizierten Materialien, können durch Insekten kleine, aber deutlich sichtbare Beschädigungen an der silbergrauen Patina verursacht werden. Diese Umwelteinflüsse sind kein Mangel und können nicht verhindert werden. Bei vorvergrauten Fassadenprofilbrettern ist eine gleichmäßige Farbgebung dann nicht mehr gegeben. Bei der Beratung der Kunden sollte auf diese Einflüsse hingewiesen werden und auch Einfluss auf entsprechende Marketingaussagen haben.

Einbaufeuchte / Quellen und Schwinden

In den Sommermonaten führt die geringere Luftfeuchtigkeit auch zu einer geringen Holzfeuchtigkeit und somit zum Schwinden der Fassadenprofile. In der Zeit vom Herbst bis zum Frühling nimmt die Luftfeuchtigkeit wieder zu und das Holz wird feuchter und quillt auf. Mit der Veränderung der Holzfeuchtigkeit verändern sich auch die Abmessungen der Fassadenprofile.

Sichtbar werden die Maßveränderungen bei einer offenen Fassadenbekleidung durch unterschiedlich breite Fugen zwischen den Profilen. Bei geschlossenen Bekleidungen fällt die Veränderung nicht so auf. Im Winter quellen die Profile wieder auf und die Fugen werden wieder kleiner. Dieses Quellen und Schwinden der Profile muss bei der Montage immer berücksichtigt werden.

Bei der Verlegung muss die Einbaufeuchte der Fassadenprofile geprüft und entsprechende Abstände gewählt werden. Die mittlere Einbaufeuchte darf bei Fassadenprofilen nach der ATV DIN 18334 und den Fachregeln 01 BDZ maximal 20% betragen. Bei allen Profilen, die nach DIN 14519 gefertigt werden, muss der Feuchtegehalt zum Zeitpunkt der Lieferung ab Fertigungswerk zwischen 17% +/- 2% bzw. 12% +/-2% liegen. Wenn im Sommer Profile mit einer niedrigen Holzfeuchte und zu geringem Abstand verlegt werden, kann es in der feuchten Jahreszeit zu Problemen durch Aufstellen der Profile kommen. Bei Stülpschalungen mit Nut und Feder ist besonders auf den Fugenabstand zu achten.

Harzaustritt

Bei allen harzhaltigen Hölzern kann es in den ersten Jahren unter Wärmeeinwirkung zum Ausbluten des Harzes kommen. Dies ist holzartentypisch und kann nicht verhindert werden. Im Astbereich fallen Harzausblühungen besonders stark auf.

Bei dunklen Farbanstrichen wird das Ausbluten des Harzes noch verstärkt. Das Ausbluten von Harz bei unbehandelten und farbbehandelten Hölzern stellt kein Mangel da, wenn die Vorgaben der Qualitätssortierungen nach DIN 68365 und DIN EN 14519 eingehalten werden. Bei der Montage muss auf die Vorgaben der Normen geachtet werden und gegebenenfalls eine weitere Sortierung erfolgen.

Die Weißtanne hat sich bei farbig behandelten Profilbrettern besonders bewährt, weil sie harzfrei ist. Bei modifizierten Hölzern, wie z. B. Kebony® oder Thermoholz, ist auch bei Fichte und Kiefer nicht mit Ausbluten des Harzes zurechnen. Die zusätzliche Wärmebehandlung während des Produktionsprozesses nimmt das Ausbluten vorweg.

Rissbildungen und Verzug

In den Sortiervorschriften für Fassadenprofile sind entsprechende Vorgaben zu den unterschiedlichen Rissen und zum erlaubten Verzug enthalten. Durch starke Feuchteschwankungen kann es bei den montierten Profilen in der bewitterten Fassade zu stärkeren Verformungen und Vergrößerung erlaubter Risse und zu neuen Rissen kommen. Bei der Befestigung der Bekleidung muss auf das mögliche Quellen, Schwinden und auf mögliche Verformungen geachtet werden. Die Befestigung muss so erfolgen, dass sie nicht das Arbeiten des Holzes verhindert und es dadurch zu Spannungsrissen kommt.

Staub- und Schmutzablagerungen

Bei allen Fassadenbekleidungen, ob Holz, Faserzement oder HPL-Platten, kann es durch Staub und Schmutzablagerungen zu Farbunterschieden und auch zu Verfärbungen kommen. Besonders in Ballungsgebieten und direkt an viel befahrenen Straßen, kann die Fassade fleckig und ungleichmäßig aussehen. Es sollte mit dem Bauherren über Reinigungs- und Pflegemaßnahmen gesprochen werden. Das sollte auch bei ansonsten wartungsfreien Oberflächen berücksichtigt werden. Das Aussehen der Fassade kann darunter leiden, weniger die Haltbarkeit.

Salzgehalt der Luft

In direkter Küstennähe ( ≤ 250 m zum Meer) kann der hohe Salzgehalt der Luft bei der Verwendung von A2-Befestigungsmitteln, zu einer Verfärbung der Hölzer führen. Für dieses Einsatzgebiet müssen geeignete Schrauben verwendet werden.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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