Fassade: Brandschutz bei vorgehängten Fassaden

30 Sep: Fassade: Brandschutz bei vorgehängten Fassaden

Allgemeines zum Brandschutz

Die Materialauswahl für die vorgehängte Fassade bestimmt im Wesentlichen das mögliche Brandverhalten von Gebäuden. Die Maßnahmen für einen vorbeugenden baulichen Brandschutz sowie die Entscheidung über die Verwendung von nicht brennbaren oder brennbaren Produkten liegt letztendlich beim Bauherrn.

Bei der Beratung und im Verkauf sollten jedoch die wichtigsten Details wie z. B. Unterschiede in der Gebäudeklasse sowie das Brandverhalten der verwendeten Materialien bekannt sein und beachtet werden.

Brandschutzanforderungen nach LBO und MBO

In den Landesbauordnungen (LBO) sind die Brandschutzanforderungen an vorgehängte hinterlüftete Fassaden festgelegt. Die Anforderungen können je nach Gebäudegröße und Nutzung sehr unterschiedlich sein und hängen von der Verwendung in der entsprechenden Gebäudeklasse ab. In der Musterbauordnung (MBO) sind die Gebäudeklassen 1-5 genau beschrieben und auch die Zusammenhänge der Nutzungseinheiten und der Bruttogrundfläche festgelegt worden.

Bei einer Gebäudeklasse 4 sind teilweise mit großen Dachüberständen die Auflagen für einen ausreichenden Brandschutz zu erzielen. Eine Sondergenehmigung sollte bei der entsprechenden Behörde beantragt werden.

Klassifizierung des Brandverhalten von Baustoffen

In Deutschland ist das europäische Klassifizierungssystem DIN EN 13501-1 in das Baurecht übernommen worden. Das europäische Klassifizierungssystem ist wesentlich detaillierter gegliedert als die nationale Norm DIN 4102-1. Die europäische Norm DIN EN 13501-1 baut auf vier Prüfverfahren auf und berücksichtigt zusätzlich den
• Feuerüberschlag / Flashover
• Brennendes Abtropfen / Abfallen
• Rauchentwicklung

Zusätzlich sind bei der Planung und Ausführung auch die Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102-4 zu berücksichtigen.

Die DIN 4102 und DIN EN 13501-1 sowie die Anforderungen der Bauordnungen sind zusammen einzuhalten.

Brandsperren bei hinterlüfteten Fassaden

Brandsperren müssen bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF), die geschossübergreifend Hohl- und Lufträume haben oder über Brandwände hinweg geführt werden, eingebaut werden. Diese Brandschutztechnischen Vorkehrungen sind erforderlich, um der Ausbreitung von Feuer aus dem Gebäudeinnern und dem Überschlagen des Feuers in der Hinterlüftungsebene entgegenzuwirken. Entsprechende Vorgaben laut §28 der Musterbauordnung und der entsprechenden Landesbauordnungen müssen bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden berücksichtigt werden. In der DIN 18516-1 wird auf die Anforderungen nach der Musterliste der Technischen Baubestimmungen Teil 1 verwiesen. Je nach Gebäudeklasse sind horizontale Brandsperren in jedem zweiten Geschoss anzuordnen. Ziel dieser Brandsperren ist es, die Brandausweitung im Hinterlüftungsspalt über eine ausreichend lange Zeit zu begrenzen.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Fassade.

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