Balkon- und Terrassenbeläge: Einsatzgebiete und Umwelteinflüsse

18 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Einsatzgebiete und Umwelteinflüsse

Einsatz- und Anwendungsgebiete

Abhängig von Einsatz und Anwendungsgebieten sollte das Material und die Konstruktion gewählt werden. Berücksichtigen Sie bitte auch die Kundenwünsche und entsprechende Anforderungen bei Hotel- und Gastronomieobjekten.

Der Standort und die örtlichen Begebenheiten sowie die jeweiligen Bauvorschriften müssen schon bei der Planung der Konstruktion und Materialauswahl berücksichtigt werden. An sehr nassen und schattigen Standorten, wie z. B. auf der Nordseite, ist die Verwendung von dauerhafterem Holz zu empfehlen. Bei der Verwendung von Hölzern für tragende Bauteile in der Gebrauchsklasse 3.2 muss mindestens die Dauerhaftigkeitsklasse 2 bei splintfreiem Farbkernholz erreicht werden. Bei nicht tragenden Bauteilen gilt der Wert als Empfehlung.

Bei Höhen über 1000 m und sehr sonnigen Standorten sollte kein Holz mit Holzfeuchten über 20% bis 25% sowie stark arbeitende Hölzer wie z. B. Masseranduba verwendet werden. Es kann zu einem Verzug der Dielen, starker Rissbildung und Absplitterung führen.

Vergrauung von Holz

Holz im Außenbereich ist ständig Umwelteinflüssen wie Wind, Sonneneinstrahlung, Regen, Hagel und Schnee sowie der Feuchtigkeit in Bodennähe ausgesetzt und wird dadurch unterschiedlich stark belastet. Terrassen aus Holz und modifizierten Materialien verändern dadurch ihr Aussehen. Sichtbar werden diese Veränderungen als erstes durch Vergrauen der Oberfläche.

Die Vergrauung auf der Oberfläche von Terrassendielen entsteht durch den Abbau des Lignins der oberflächennahen Holzschichten in Folge einer intensiven UV-Strahlung. Wasser wäscht die zersetzten Teile aus, wodurch die Oberfläche ausbleicht. Je nach Orientierung der Terrasse und Sonneneinstrahlung kann die Vergrauung unterschiedlich schnell und intensiv auftreten. Bei teilweise überdachten Terrassen kann die Vergrauung weniger stark ausfallen und je nach verwendeter Holzart auch unschön wirken.

Nicht alle Holzarten werden gleichmäßig schön grau. Manche erhalten eine einheitliche silbergraue Patina, andere sind leicht scheckig grau oder grauschwarz. Diese sogenannte Patina ist holztypisch und kein Mangel. Mit geeigneten pigmentierten Ölen kann die Vergrauung verzögert werden. Eine regelmäßige Nachpflege ist aber erforderlich.

Die Vergrauung hat keinen Einfluss auf die Funktionalität und Stabilität der Terrasse. Eine mehrjährige Bewitterung kann zu einer Erosion der Oberfläche führen und bis zu 3 mm betragen.

Vergraute Oberfläche von Terrassendielen

Verfärbungen von Holz bei Kontakt mit Metall

Bei einigen Holzarten kann eine Reaktion der wasserlöslichen Gerbstoffe schon bei minimalen Eisenkonzentrationen und bei Kontakt mit Wasser auftreten. Verantwortlich können dafür Rasen- und Blumendünger, eisenhaltiges Grundwasser und Oberflächenwasser von gusseisernen Regenfallrohren sowie von metallischen Dekoelementen wie Blumenkübeln und Feuerschalen sein.

Diese Verfärbungen werden häufig mit Schimmel verwechselt und lassen sich mit handelsüblichen Entgrauern oder Oxalsäure entfernen.

Bei Metallarbeiten im Umfeld der Terrasse oder an anderen Gebäudeteilen sollten die ausführenden Unternehmen auf notwendige Schutzmaßnahmen wie z. B. Abdeckung der Terrassenfläche hingewiesen werden. Verschmutzungen durch Staub und Dreck sowie ein Betreten der Flächen mit Schuhen, an denen Zement anhaftet, können während der Bauphase hartnäckige Flecken verursachen.

Verfärbung durch Tischuntergestell aus Metall bei Lärche

Wasserflecken und Stapellatten

Bei luftgetrockneten Terrassendielen können durch den Transport in Containern oder bei herkömmlicher Verschiffung sowie durch die spätere Lagerung, Wasserflecken und sich abzeichnende Stöckerlatten auftreten. Bei technisch getrockneter Ware sind diese Flecken sehr viel weniger auffällig oder auch gar nicht vorhanden.

Durch Regen und Sonne gleichen sich die Farbunterschiede der Terrassendielen in den ersten 4 bis 8 Wochen an. Mit einer Erstreinigung kann der Prozess verkürzt werden. Mit Wasser und Schrubber kann der lose Dreck vom Transport sowie leichte Wasserflecken entfernt werden. Bei stärkeren Flecken sollten handelsübliche Entgrauer zum Einsatz kommen.

Farbunterschiede und Wasserflecken können sich bei luftgetrockneter Ware abzeichnen.
Das Abzeichnen der Durchleger wird erst bei der Kommissionierung der Ware sichtbar.

Auswaschung von Holzinhaltstoffen

Die wasserlöslichen Inhaltstoffe bei vielen Hölzern, insbesondere bei Tropenhölzern, können durch Regen und ablaufende Feuchtigkeit von angrenzenden Bauwerken auswaschen und verursachen unterschiedlich starke Wasserflecken und Verunreinigungen.

Auswaschungen aus Bangkirai, die sich nur durch eine konstruktive Lösung verhindern lassen.

Man spricht auch vom Ausbluten der Hölzer. Die farbigen Auswaschungen können das umgebende Mauerwerk, Fassaden etc. verschmutzen. Durch konstruktive Lösungen wie z. B. Abtropfbleche können diese Verschmutzungen verhindert werden.

Bei Schwimmteichen und Dachterrassen muss besonders auf die Ausführung der Entwässerung geachtet werden. Das Oberflächenwasser kann in Verbindung mit den Holzinhaltstoffen und anderen Umweltbelastungen wie Staub und Dreck Verfärbungen an angrenzenden Bauteilen hervorrufen.

Einbaufeuchte/Quellen und Schwinden

In den Sommermonaten führt die geringe Luftfeuchtigkeit auch zu einer geringen Holzfeuchtigkeit und somit zum Schwinden der Terrassendielen. In der Zeit von Herbst bis Frühling nimmt die Luftfeuchtigkeit wieder zu und das Holz wird feuchter und quillt auf. Mit der Veränderung der Holzfeuchtigkeit verändern sich auch die Abmessungen der Terrassendielen.

Sichtbar werden die Maßveränderungen der Dielen durch unterschiedlich breite Fugen zwischen den Terrassendielen. Im Sommer können 145 mm breite Dielen auf ca. 137 mm schwinden, wodurch die ursprünglich 5 mm Fuge dann 13 mm groß wird. Im Winter quellen die Dielen wieder auf und die Fuge wird kleiner. Mit technisch getrockneten Terrassendielen können die Veränderungen reduziert werden.

Bei der Verlegung muss die Einbaufeuchte der Terrassendielen sowie die Breite der Dielen geprüft werden und daraus müssen entsprechende Fugenabstände bestimmt werden. Die mittlere Einbaufeuchte darf bei Terrassendielen nach der ATV DIN 18334 und den Fachregeln 02 BDZ nicht mehr als 20 % betragen. Bei Dicken von 8 bis 16 cm ist eine Holzfeuchte bis 25 % erlaubt.
Durch die Verwendung von Terrassendielen mit einer Holzfeuchte von 20 % (+/-2 %) kann die Rissbildung und der Verzug erheblich reduziert werden.

Wenn im Sommer Terrassendielen mit zu kleinen Fugen verlegt werden, kann es in der feuchten Jahreszeit zu Problemen durch Aufstellen der Dielen oder zu komplett dichten Terrassenflächen kommen. Wasser kann dann nicht ablaufen und eine Belüftung der Unterkonstruktion ist nicht mehr gegeben. Die Lebensdauer der Terrasse wird verkürzt. Bitte beachten Sie: Bei 1 % Holzfeuchteveränderung schwindet bzw. quillt Nadelholz zwischen ca. 5 % (Radial) sowie ca. 10 % (Tangential) im Querschnitt.

Oberflächenwasser führt in Verbindung mit den Holzinhaltstoffen zur Verfärbung des Kupferbleches.
Rissbildung und Verzug von Terrassendielen.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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