Barrierefreies Bad – (k)eine Frage des Alters

14 Jul: Barrierefreies Bad – (k)eine Frage des Alters

Nicht nur die Ansprüche an moderne Badezimmer wachsen, sondern häufig auch das Alter des jeweiligen Nutzers.

Dies ist aber nicht der einzige Grund, sich über barrierefreie Bäder Gedanken zu machen. Auch Familien mit kleinen Kindern oder großem Kinderwunsch sollten bereits rechtzeitig über eine passende Gestaltung Ihres Badezimmers nachdenken.

Bäder werden in den nächsten Jahren einen Renovierungsboom in Richtung altersgerechtes Wohnen erleben. Der demographische Wandel und eine Verschiebung der Hauptinvestitionsgruppen im Sanierungs- und Modernisierungsmarkt unterstreichen diese Vermutung. Junge Familien (25 – 35 Jahre) und Silver-Ager (52 – 60 Jahre) stellen die Hauptzielgruppe für Sanierungsmaßnahmen dar. Und beide haben, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen, den gleichen Anspruch.

Die junge Familie wünscht sich ein Bad ohne Hindernisse für ihre Kinder, einfache und funktionelle Lösungen für Badmöbel und Platz für Beweglichkeit. Dies fordert auch die Generation 50+, legt aber zudem Wert auf altersgerechte Eingänge in das Bad, wenige Absätze und Schwellen sowie eine unkomplizierte Handhabung.

Obwohl vielen Immobilienbesitzern bewusst ist, dass ihr Bad genannten Ansprüchen nicht gerecht wird, fehlen häufig die Anstöße sich mit der altersgerechten Gestaltung ihrer Bäder zu beschäftigen. So sehen etwa zwei Drittel der Deutschen ihr Badezimmer als nicht altersgerecht an, werden sie direkt dazu befragt. Sich aber ungefragt damit zu beschäftigen, bleibt jedoch die Ausnahme.

Zusammengefasst: Der Kunde benötigt einen kompetenten Berater, der seine Wünsche voll und ganz berücksichtigt. Und der Kunde benötigt jemandem, der ihm seinen Bedarf aufzeigt, nämlich Sie.

Tipps für ein barrierefreies Bad

Tür
Die Breite der Tür für ein barrierefreies Bad muss mindestens 90 cm betragen. Idealerweise ist sie nach außen zu öffnen und von außen entriegelbar, sollte es im Bad zu einer Notsituation kommen. Eine praktische Alternative sind hochwertige Schiebetüren.

Möbel
Badmöbel sollten so konstruiert sein, dass sie auf die Körpergröße des Nutzers oder individuelle Ansprüche abgestimmt sind. Ein Rollstuhlfahrer benötigt beispielsweise eine ganz andere Art von Badmöbeln, als ein nicht eingeschränkter Nutzer. Eine Antwort könnten auch höhenverstellbare Möbel sein, die sich individuell verstellen lassen.

Boden
Der Boden im barrierefreien Bad sollte nicht nur möglichst eben sein, er sollte auch bei Feuchtigkeit rutschfest sein. Designböden werden diesen Ansprüchen gerecht und bieten sicheren Halt. Vielleicht ist es sogar eine Option, einen durchgängigen Bodenbelag im kompletten Badezimmer zu verbauen. Dies schafft nicht nur eine einheitliche Optik, sondern verhindert unnötige Übergänge und spart Zeit bei der Verlegung.

Waschbereich
Im Alter fällt es häufig schwer, längere Zeit zu stehen. So sollte Platz für einen Sitzbereich oder Rollstuhl bei der Gestaltung des Badbereiches berücksichtigt werden. Unterschränke sollten daher mobil sein oder komplett vom Waschtisch versetzt werden. Planen Sie entsprechende Möbel beispielsweise neben dem Waschtisch ein.

Eine weitere Hilfe: Gestalten Sie den Waschtisch höhenverstellbar und bringen Sie den Spiegel niedrig an oder planen Sie ihn mit einer Neigung von ca. 20 Grad.

Schaffung von Nischen
Einen Raum im Raum zu schaffen, warum nicht? Achten Sie bei der Gestaltung unbedingt darauf, dass die Abtrennungen, etwa durch Kompaktplatten, keine zusätzlichen Hindernisse für den Nutzer darstellen. Befestigen Sie Haltegriffe und gegebenenfalls weitere Sicherheitstechnik.

KfW-Finanzierung „Altersgerecht Umbauen“

Die Kosten für die Badsanierung werden häufig deutlich unterschätzt. Mit Beträgen, die schnell 5-stellig werden, kommen auf den Eigentümer in der Regel enorme Belastungen zu, die er erst einmal stemmen muss. Umso wichtiger ist eine detaillierte Planung, kompetente Beratung und professionelle Ausführung der Badsanierung. Nur so vermeiden Sie und Ihr Kunde ungewollte Überraschungen und alle Seiten sind am Ende mit dem Ergebnis zufrieden.

Ein wesentlicher Teil einer detaillierten Planung sollte immer auch die Finanzierung der Sanierungstätigkeit sein. Kann das Kapital aus eigenen Mitteln aufgebracht werden oder macht es Sinn, sich mit einer staatlichen Förderung zu beschäftigen? Eine Förderung der Badsanierung ist im Hinblick auf die Barrierereduzierung möglich. So unterstützt die KfW-Bank mit Ihrem Programm „Altersgerecht Umbauen“ Eigentümer oder Vermieter einer Immobilie oder Eigentumswohnung, Ersterwerber einer sanierten Immobilie oder Eigentumswohnung und Wohnungseigentümergemeinschaften bei Modernisierungsmaßnahmen, mit denen Wohnkomfort und Sicherheit sowie die Reduzierung von Barrieren erreicht werden.

Gefördert werden zurzeit u. a. folgende Maßnahmen in Sanitärräumen:

• Änderungen der Raumaufteilung des Bades
• Schaffung bodengleicher Duschplätze einschließlich Dusch(-klapp)sitze
• Modernisierung von Sanitärobjekten (u. a. Badewannen)
• Einbau von Stütz- und Haltesystemen einschließlich Maßnahmen zur Nachrüstung

Aktuell gefördert wird mittels Kredit KfW 159. Weitere Informationen über diese und zusätzliche Fördermaßnahmen erhalten Sie auf: www.kfw.de

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