Balkon- und Terrassenbeläge: Wartung und Pflege

23 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Wartung und Pflege

Oberflächenbehandlung von Holzterrassen

Nicht jeder liebt vergrautes Holz und möchte lieber die ursprüngliche Farbe des Holzes erhalten. Grundsätzlich ist die Vergrauung nicht zu verhindern, aber mit einer Oberflächenbehandlung kann die Vergrauung verzögert werden. Schon bei der Planung und Auswahl der Holzarten sollte darüber nachgedacht werden, da nicht jede Holzart sofort behandelt werden kann. Inhaltsstoffreiche Hölzer müssen vor der ersten Behandlung einige Wochen abwittern oder mit handelsüblichen Entgrauern vorbehandelt werden.

In der Regel werden für die Oberflächenbehandlung von Terrassen offenporige Anstriche auf Ölbasis verwendet. Diese Spezialöle dringen tief in das Holz ein und machen die Oberfläche weitestgehend wasser- und schmutzabweisend. Sie verbessern die Feuchtigkeitsregulierung des Holzes und reduzieren somit das Quellen und Schwinden der Terrassendielen.

Mit einer Oberflächenbehandlung wird keine längere Gebrauchsdauer der Terrasse erzielt. Die Oberflächenbehandlung dient vorwiegend der optischen Gestaltung der Flächen in Verbindung mit den Farben von Gebäuden und angrenzenden Flächen. Eine solche Behandlung kann die Holzfarben anfeuern. Der ursprüngliche Farbton des Holzes soll durch die Behandlung erhalten werden.

Den Ölen werden Farbpigmente zugegeben, um die natürliche Vergrauung zu begrenzen. Je dunkler die Farbpigmente sind, desto höher ist der UV-Schutz. Farblose oder nur leicht pigmentierte Öle bieten keinen ausreichenden Schutz vor Vergrauung. Bei dunklen Farbtönen kann es durch die Erwärmung der Oberfläche vorkommen, dass bei harzhaltigen Hölzern Harz austritt.

Regelmäßige Behandlungen der Terrassenoberfläche führen zu einem gepflegten Terrassenbild.

Durch die Oberflächenbehandlung kann auch ein zeitlich begrenzter Schutz vor Schmutz und Verunreinigungen durch Fett- und Rotweinflecken erzielt werden. Ausgelaufene Flüssigkeiten sollten jedoch sofort abgewischt und beseitigt werden.

An Terrassenöle werden zusätzlich noch besondere Anforderungen gestellt, da Terrassendielen mechanischen Beanspruchungen durch das Begehen der Fläche und durch stehendes Wasser ausgesetzt sind. Zudem dürfen Terrassenöle keinen hohen Farbfilm bilden, sondern müssen tief in das Holz eindringen.

Wer sich für eine Oberflächenbehandlung entschieden hat, muss berücksichtigen, dass eine regelmäßige Nachbehandlung erforderlich ist. Die Behandlung muss je nach Beanspruchung und Standort mindestens 1 mal pro Jahr erfolgen. Am besten wird die Nachpflege im Frühjahr durchgeführt, da die Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten höher ist als im Winter.

Nachbehandlung von behandelten Oberflächen

Bei bereits behandelten Terrassen muss zusätzlich zu der Reinigung und Entfernung von Grünbelag, Dreck und Schmutz ein Renovierungsanstrich erfolgen. Behandelte Flächen werden auch durch das Begehen der Fläche beansprucht. Dadurch kann es zu Laufspuren im Eingangsbereich zum Wohngebäude oder auch im Nutzungsbereich von Gartenmöbeln kommen.

Offenporige Terrassenöle können einfach renoviert werden. Es ist kein Abschleifen erforderlich, da die Anstriche nicht reißen, abblättern oder schuppen. Wenn die Flächen nach der Reinigung wieder abgetrocknet sind, kann der neue Anstrich erfolgen. Bitte beachten Sie immer die genauen Informationen der Hersteller.

Reinigung und Pflege von Terrassen

Die Lebensdauer einer Terrasse hängt nicht nur von der Umsetzung des konstruktiven Holzschutzes und der Dauerhaftigkeit der verwendeten Holzart ab, sondern auch von regelmäßiger Reinigung, Pflege und Wartung.

Erstreinigung

Nach der Montage der neuen Terrasse sollte eine Erstreinigung vorgenommen werden. Durch das Abspritzen mit Wasser und das Abfegen mit einem grobborstigen Straßenbesen wird die Oberfläche von Staub und Dreck befreit. Solche Verunreinigungen können durch einen langen Transport, die Lagerung und das Handling bei der Montage entstehen. Bei Wasserflecken oder anderen stärkeren Verschmutzungen kann auch eine Behandlung mit einem handelsüblichen Entgrauer erforderlich sein.

Periodische Reinigung

Terrassen aus Holz und modifizierten Materialien benötigen eine periodische Reinigung, da sich auf ebenen Flächen Laub und Schmutz ablagert. Verunreinigungen aus der Luft wie Blütenstaub, Rußpartikel und sonstiger Staub bilden bei Feuchtigkeit einen seifigen Film, der die Entstehung von Algen und Moos fördert. Die Flächen werden dadurch rutschig und unansehnlich. Ohne eine regelmäßige Reinigung können holzzerstörende Pilze entstehen. Schon bei geringer Feuchtigkeit wie Morgentau wird die Fläche eventuell sehr rutschig und stellt eine Gefahr für die Nutzung dar. Bei Terrassen in öffentlichen Bereichen und Hotel- oder Gastronomiebetrieben sollte geprüft werden, ob Warnschilder bei Regen aufgestellt werden müssen.

Ohne eine regelmäßige Pflege wittern farbig geölte Terrassen innerhalb einer Saison ab.

Daher sollte eine Reinigung der Terrasse in regelmäßigen Zeitabständen erfolgen, besonders nach schneereichen Wintermonaten. Die Flächen sollten mit einem Straßenbesen gesäubert werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf Ablagerungen in Fugen und an Übergängen zu angrenzenden Flächen und Gebäuden gelegt werden. Hier können sich sehr schnell Pilze bilden, die nicht immer auf Anhieb zu sehen sind. Mit einem Schrubber und Wasser können auch hartnäckige Verschmutzungen entfernt werden. Algenbefall kann zuverlässig mit einem handelsüblichen Grünbelagentferner beseitigt werden. An schattigen Standorten kann auch mehrmals im Jahr eine vorbeugende Behandlung erfolgen, damit die Flächen optisch ansprechender bleiben.

Bei großen Flächen kann die Reinigung auch mit Bürstenmaschinen durchgeführt werden. Diese Maschinen können häufig auch für eine maschinelle Oberflächenbehandlung mit Ölen eingesetzt werden.

Laub und Schmutz muss aus den Fugen entfernt werden, damit keine Pilze entstehen können.
Die Fläche wurde mit einem Hochdruckreiniger gereinigt, wodurch sichtbare Farbunterschiede auf der Oberfläche entstanden sind.

Wenn die Flächen mit einem Hochdruckreiniger gesäubert werden sollen, ist besondere Vorsicht geboten. Es sollte ein ausreichender Abstand zur Holzoberfläche eingehalten und nicht mit einem zu harten Wasserstrahl gearbeitet werden. Es besteht die Gefahr, dass die Oberfläche beschädigt wird und starke Farbunterschiede (innerhalb der Fläche) verursacht werden.

Inspektion und Instandhaltung

Zur regelmäßigen Reinigung von Terrassenflächen sollte auch eine regelmäßige Inspektion der gesamten Konstruktion vorgenommen werden. Bei Hotel- und Gastronomiebetrieben sowie in kommunalen Anlagen sollten alle Terrassen, Brücken und Stege mindestens alle 2 Jahre intensiv kontrolliert werden. Auch bei privaten Objekten müssen tragende Konstruktionen wie Balkone, aufgeständerte Terrassen und Stege an Schwimmteichen gründlich kontrolliert werden.

Bei Bedarf sind die festgestellten Mängel zu beseitigen und ordnungsgemäß wieder Instand zu setzen. Die Prüfung sollte dokumentiert und bei Unklarheiten entsprechende Fachleute hinzugezogen werden. Folgende Kontrollen und Maßnahmen sollten durchgeführt werden:
• Prüfung, ob eine ausreichende Entwässerung noch sichergestellt ist und die Abläufe von Laub und Schmutz gesäubert sind. (Bei der Planung und Ausführung von Dachterrassen sollten Revisionsklappen für Reinigungsarbeiten eingeplant werden.)
• Alle Holzbauteile sollten auf Fäule und Befall von holzzerstörenden Pilzen geprüft werden. Bei einem positiven Befund muss ein fachgerechter Austausch und eine Reparatur durchgeführt werden.
• Beläge sollten auf mögliche Verletzungsgefahren durch abstehende Splitter, Risse und Stolperstellen geprüft werden.
• Verschleißteile sollten überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
• Schrauben und andere Befestigungsteile müssen auf Korrosion hin geprüft werden.

Besonders bei großen Objekten mit einer hohen Frequentierung ist es ratsam, mit dem ausführenden Unternehmen einen Wartungsvertrag abzuschließen. Oftmals können durch eine frühzeitige Erkennung von Schäden die Kosten für die Instandsetzung minimiert werden, wodurch die Lebensdauer der Konstruktion verlängert werden kann.

Bei allen Aspekten der Reinigung, Wartung und Instandhaltung müssen auch die Voraussetzungen berücksichtigt werden, unter denen eine Inanspruchnahme von Gewährleistungen möglich ist. Die Nichteinhaltung von Pflegeanweisung und Montageanleitung führt unter Umständen schon zum Verlust von Garantieansprüchen gegenüber dem Hersteller.

Bei ausgetauschten Terrassendielen können unterschiedliche Breiten vorkommen. Zudem können sich die neuen Dielen farblich von der bereits bestehenden Fläche unterscheiden. Dieser Farbunterschied wird mindestens eine Saison bleiben. Ein Angleichen der Farbe ist nur begrenzt möglich, indem die bestehende Fläche komplett mit einem handelsüblichen Holzentgrauer oder mit Oxalsäure behandelt wird. Die ursprüngliche Farbe wird wieder aufgefrischt, aber die Vergrauung kann nicht komplett revidiert werden.

Moos und Dreck in den Fugen führt zur Pilzbildung und zum vorzeitigen Ausfall von Dielen.

Nutzungshinweise für Terrassen

Wenn schwere Gegenstände auf einer Terrasse bewegt werden müssen, sollten geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden, damit keine Beschädigungen der Oberfläche entstehen. Schwere Gegenstände dürfen auf Terrassen aus Holz / WPC oder modifizierten Materialien nur mit Hubwagen oder anderen Transportmitteln befahren werden, wenn entsprechende Schutzmatten untergelegt werden. Sonnenschirmständer sollten nicht direkt über das Holz gerollt, gezogen oder geschoben werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schutz der Kanten, da es bei genuteten Profilen ansonsten zum Abbrechen der oberen Nutwangen kommen kann. Bei Hotel-, Gastronomie- und vermieteten Objekten sollten diese Informationen möglichst schriftlich übergeben werden.

Ausgetauschte Dielen sind über einen längeren Zeitraum deutlich erkennbar.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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