Balkon- und Terrassenbeläge: Verschraubung und Zubehör – Teil 2

25 Jul: Balkon- und Terrassenbeläge: Verschraubung und Zubehör – Teil 2

Höhenausgleich und Besonderheiten bei Dachterrassen

Bei Dachterrassen ist es oftmals nicht möglich die Unterkonstruktion auf dem Boden zu befestigen. Um eine verwindungssteife Konstruktion erstellen zu können, werden komplette Systeme von Aluminiumprofilen und Verbindern angeboten, bei denen durch den Einbau von zusätzlichen Traversen eine Aussteifung der gesamten Konstruktion möglich ist.

Mit höhenverstellbaren Stelzlagern und Gummigranulat-Pads können einfach und schnell stabile Konstruktionen erstell werden. Bei der Planung müssen Wasserabläufe und Revisionsklappen berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann mit höhenverstellbaren Stelzlagern oder Nivellierfüßen eine einfache Ausrichtung der Unterkonstruktion erfolgen, die gleichzeitig eine Beschädigung der vorhandenen Dacheindeckung verhindert. Bei Holzunterkonstruktionen sollten immer Streifen von Bautenschutzmatten oder sogenannte Gummigranulat-Pads untergelegt werden. Es muss ein geregelter Wasserablauf unterhalb der Terrasse sichergestellt werden. Die Verträglichkeit der verwendeten Materialien mit der vorhandenen Dachhaut muss auf jeden Fall geprüft werden. Beachten Sie dazu die Hinweise der Hersteller und halten Sie Rücksprache mit dem Architekten.

Während der Planung sollten Sie mit dem Kunden die spätere Belastung durch Blumenkübel und sonstige Aufbauten besprechen. Im Bedarfsfall müssen zusätzliche Träger eingebaut werden. Bei nachträglich eingebauten Terrassen sollte auf eine ausreichende Höhe der seitlichen Abdichtung geachtet werden, da evtl. eine Erhöhung der Abdichtung erforderlich sein kann.

Besonderheiten bzgl. der Abdichtung bei Gebäuden

Wenn die Verlegung einer Terrasse direkt auf der Abdichtung der Dach- und Deckenfläche von Gebäuden erfolgen soll, muss bei der Planung und Ausführung von Dachterrassen aus Holz / WPC oder modifizierten Materialien die DIN 18195 beachtet werden.

Bei der Ausführung von Abdichtungen bei genutzten Dachflächen sind bestimmte Regeln und Belastungen zu beachten. Balkone werden als mäßig beanspruchte Flächen eingestuft, wobei Dachterrassen zu den hoch beanspruchten Flächen zählen.

Bei nachträglichen Erweiterungen und Umbaumaßnahmen bestehender Gebäude können Zusatzarbeiten an der Abdichtung erforderlich werden. Ungenutzte Dächer (wie z. B. bei Garagen) wurden häufig nach der DIN 18531 ausgeführt und müssen überarbeitet werden. Klären Sie die Details und die erforderlichen Arbeiten mit dem Architekten und den entsprechenden Fachleuten ab.

Es sollte bei Neubauten beachtet werden, dass die Ausführung der Abdichtung inkl. der Erstellung der notwendigen Schutzschichten zum Hochbau gehört.

Vergewissern Sie sich bei der Verlegung von Terrassen auf einer abgedichteten Fläche, dass eine Prüfung der Wasserdichtigkeitvorgenommen und schriftlich dokumentiert wurde. Prüfen Sie im Vorfeld die Abdichtungsanschlüsse und Höhen an Hauswänden und besonders die Abdichtungsanschlüsse an Türen. Weiterhin muss bei Dachterrassen die Druckbelastbarkeit der Wärmedämmstoffe berücksichtigt werden.

Die Statik und zusätzliche Einzellasten durch Blumenkübel etc. müssen schon bei der Planung beachtet werden. Bei Hotel- und Gastronomiebetrieben ist mit einer höheren Frequentierung und Belastung zu rechnen. Die Landesbauordnungen der verschiedenen Länder geben dazu entsprechende Werte vor.

Auf die Bauwerksabdichtung darf keine Terrasse aus Holz, WPC oder modifiziertem Material verlegt werden. Es müssen immer entsprechende Schutzschichten nach der DIN 18195-10 aufgebracht werden. Die Anschlusshöhe der Abdichtung soll im Hinblick auf einen ausreichenden Spritzwasser- und Überflutungsschutz mindestens 150 mm über die Oberfläche des Terrassenbelages ausgebildet werden. In schneereichen Gebieten ist zu prüfen, ob eine größere Anschlusshöhe erforderlich ist.

Bei Türen kann die Anschlusshöhe auf 5 cm reduziert werden, wenn zu jeder Zeit ein einwandfreier Wasserablauf sichergestellt ist und die Spritzwasserbelastung minimiert wird. Dazu muss eine Entwässerungsrinne eingebaut werden, die an die Entwässerung angeschlossen ist. Wenn barrierefreie Übergänge ausgeführt werden sollen, müssen technische Sonderlösungen zwischen Planer, Türenhersteller und Ausführenden abgestimmt werden, da die Abdichtung alleine die Dichtigkeit am Türenanschluss nicht sicherstellen kann.

Zusätzliche Maßnahmen können sein:
• größere Dachüberstände
• beheizbare Entwässerungsroste
• zusätzliche Abdichtung im Innenraum oder am Türrahmen

Dachneigung und Entwässerung

Bei rundum geschlossenen Dächern erfolgt die Entwässerung mindestens über einen Dachablauf und einen zusätzlichen Notüber- oder Notablauf.

Bei der Herstellung von Dachterrassen muss darauf geachtet werden, dass die Abläufe für Wartungsarbeiten zugängig sind. Ein Einbau von Entwässerungsrosten mit passendem Einbaurahmen ist ratsam. Als Alternative können Revisionsklappen aus den verwendeten Terrassendielen hergestellt werden. Beachten Sie dabei den baulichen Holzschutz, damit sich kein Dreck oder Laub in die Fugen setzen kann.

Bei Dachterrassen ist nach der DIN 18195 für die Abdichtung kein Gefälle vorgeschrieben, sondern „es ist durch bautechnische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Wasser dauerhaft so wirksam abgeführt wird, dass es keinen oder nur einen geringen hydrostatischen Druck ausübt“. Bei planmäßiger Anstaubewässerung darf bis zu 10 cm Wasser auf der Fläche stehen bleiben.

Für Terrassen können daraus Probleme mit der Haltbarkeit der Unterkonstruktion und dem Verrutschen von untergelegten Produkte kommen. Achten Sie auf eine ausreichende Fixierung und wählen Sie entsprechende, dauerhafte Hölzer aus. Stehendes Wasser kann auch zu einer Geruchsbelästigung führen und ist eine optimale Brutstätte für Mücken.

Bei Revisionsklappen aus Holz muss der bauliche Holzschutz beachtet werden.

Wenn der Hersteller für den Terrassenbelag ein Gefälle von 1-2% vorschreibt, muss diese Angabe auch bei 0% Gefälledächern beachtet werden. Beachten Sie, dass es ohne Gefälle zu einer Pfützen- und Grünbelagbildung kommen kann. Zudem können vermehrt Risse entstehen. Klären Sie die Gefälleausbildung und mögliche Folgen immer mit dem Auftraggeber ab.

Weitere Infos finden Sie im PraxisWissen Holz Balkon- und Terrassenbeläge.

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